Aserbaidschan und Armenien: Verstöße gegen Waffenruhe in Berg-Karabach

Kurz nach Inkrafttreten einer neuen Waffenruhe im Konflikt um die Südkaukasusregion Berg-Karabach haben sich Armenien und Aserbaidschan Verstöße gegen die Vereinbarung vorgeworfen. Das aserbaidschanische Verteidigungsministerium in Baku teilte am Montag mit, seine Soldaten seien in dem Dorf Safiyan beschossen worden. Auch sollen laut dem aserbaidschanischen Außenministerium die Ortschaft Terter und umliegende Dörfer von Armenien bombardiert worden sein. Die USA hatten am Sonntag nach Gesprächen mit den Außenministern beider Länder am Vortag eine Einigung der Konfliktparteien auf eine „humanitäre Waffenruhe“ verkündet. Diese trat am Montag um 08.00 Uhr Ortszeit (05.00 Uhr MEZ) in Kraft. Zuvor waren bereits mehrere Waffenruhen gescheitert. Damit sollten Vereinbarungen vom 10. Oktober umgesetzt werden. In den vergangenen Tagen gingen die Kämpfe ungeachtet diplomatischer Bemühungen weiter. Die unter Vermittlung Russlands vereinbarten Waffenruhen hatten nicht gehalten. Die verfeindeten Nachbarn geben sich immer wieder gegenseitig die Schuld am Ausbruch der Kämpfe. Die Gefechte um Berg-Karabach dauern bereits seit Ende September an. Aserbaidschan hatte in einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion vor rund 30 Jahren die Kontrolle über das bergige Gebiet mit etwa 145.000 Bewohnern verloren. Daraufhin besetzte Armenien das Gebiet und verlagerte Truppen dorthin. Es folgte in den 90er Jahren ein Krieg mit 30.000 Toten.

Die von Armenien kontrollierte Region Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. Armenien setzt auf Russland als Schutzmacht. Moskau hat dort tausende Soldaten und Waffen stationiert. Aserbaidschan hingegen betrachtet die Türkei als engen Verbündeten.

Agenturen