Symbolbild: Eine SpaceX Falcon 9-Rakete mit etwa 60 Starlink-Satelliten hebt von der Startrampe 40 am Weltraumbahnhof Cape Canaveral ab.


Ein türkischer Ingenieur beschuldigt den Firmeninhaber von SpaceX und Milliardär Elon Musk der Sklavenarbeit. Während des ersten Raketenprojekts „Falcon-1“ soll Musk seine Ingenieure gezwungen haben, wie „Sklaven“ zu arbeiten, berichtete das Nachrichtenportal „Hürriyet“ am Freitag und zitierte dabei den Ingenieur Bülent Altan.

„Wir wurden allein auf einer Insel zurückgelassen. Er [Elon Musk] ließ uns wie Sklaven arbeiten“, sagte Altan. Der Journalist Eric Berger nahm die Aussagen in seinem neuen Buch „Liftoff“ auf, das am Dienstag in den USA erschien. Berger arbeitet als Weltraumredakteur bei „Ars Technica“.

Altan, der Anfang der 2000er Jahre auf der winzigen Omelek-Insel im Pazifischen Ozean am Bau einer Startrampe und der Falcon-1-Rakete mitwirkte, kritisierte, dass Musk die Ingenieure geradezu zum Erfolg gezwungen habe. „In unserem ersten Jahr auf der Insel gab es ein großes Problem mit der Logistik. Wir hatten mit verzögerten Lebensmittellieferungen auf der Insel zu kämpfen“, sagte Altan.

Laut dem türkischen Ingenieur kippte die Stimmung im Herbst 2005 und mündete in einer Meuterei. „Wir saßen alle am Ufer der Insel wie wilde Tiere, die auf ihre Beute warteten.“ Um die Stimmung zu verbessern, seien daraufhin mit einem Flugzeug Hähnchenflügel und Zigaretten abgeworfen worden.

Der erste Test von Falcon-1 war erfolglos; die Rakete ging in Flammen auf und stürzte in den Ozean. Beim zweiten Test im März 2007 erreichte die Rakete schließlich den Weltraum. Laut Altan wurden die Arbeiter auf der Insel erst nach dem dritten Test reichlich mit gutem Essen und Getränken versorgt. „Verglichen mit dem ersten Start war nun alles zu einem fantastischen Luxus geworden. Wir haben es auf Omelek geliebt“, so Altan. Mehr dazu: SpaceX: Erneute Explosion bei Landung einer Rakete

TRT Deutsch