05.09.2012, China, Peking: Ein chinesischer Beamter richtet die Flaggen von China und den USA vor dem Besuch der damaligen US-Außenministerin Clinton. (DPA)

Nach längerer Pause haben die Unterhändler der USA und Chinas ihre Gespräche zur Beendigung des Handelskriegs zwischen den beiden größten Volkswirtschaften wieder aufgenommen. Nach der Vorlage der neuen Handelsstrategie der USA gegenüber China Anfang der Woche sprachen die US-Handelsbeauftragte Katherine Tai und Chinas Vizepremier Liu He am Samstag in einer Videoschalte über ihre Differenzen.

Peking hatte höhere Abnahmemengen in Aussicht gestellt
Beide Seiten hätten ihre wichtigsten Anliegen vorgetragen und seien überein gekommen, gegenseitige „legitime Sorgen“ in Konsultationen zu bewältigen, berichtete die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. Es habe auch einen Austausch über die Umsetzung der Vereinbarung über die erste Phase zur Lösung des seit drei Jahren laufenden Handelskrieges gegeben. Die Unterhändler wollten ihren Dialog fortsetzen, schrieb Xinhua weiter.
Aus amerikanischer Sicht erfüllt China die Vereinbarung vom Anfang 2020 noch nicht ausreichend. Damals hatten beide Seiten eine Art Waffenstillstand geschlossen, mit dem zumindest neue oder höhere Strafzölle verhindert wurden. Ein Kernpunkt war das Versprechen Chinas, bis Ende 2021 für 200 Milliarden US-Dollar mehr Waren aus den USA zu kaufen - vor allem Öl und Gas (50 Milliarden), Industriegüter (80 Milliarden) und Agrarprodukte (32 Milliarden).

Regierung Biden will Strafzölle vorerst aufrechterhalten
Angefangen hatte der Handelskrieg im Juni 2018, als Trump Strafzölle auf Einfuhren aus China in einem Umfang von 50 Milliarden US-Dollar verhängte. Er wollte das hohe Handelsdefizit senken und warf Peking unfaire Handelsmethoden vor. Der Konflikt schaukelte sich hoch, bis Trump ein Jahr später auf fast alle Importe aus China im Wert von mehr als 500 Milliarden US-Dollar Strafzölle verhängte. Peking reagierte darauf ebenfalls mit neuen Abgaben.
Wie aus der Strategie hervorgeht, die die US-Handelsbeauftragte am Montag vorgelegt hatte, will die neue US-Regierung von Präsident Joe Biden vorerst an Strafzöllen festhalten. Allerdings soll es mehr Ausnahmen zugunsten der US-Wirtschaft geben. Auch will die US-Seite die Umsetzung des Abkommens vom Januar 2020 durchsetzen.

DPA