Baustelle der Nordstream 2 - Gaspipeline

Mit einer Finanzspritze von einer Milliarde Euro an Länder in Ost- und Mitteleuropa wollen die USA die energiepolitische Unabhängigkeit von Russland vorantreiben. Das Geld solle an die Länder der „Drei-Meere-Initiative“ gehen, sagte US-Außenminister Mike Pompeo am Samstag bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Ziel sei, Investitionen der Privatwirtschaft in den Energiesektor zu fördern.

Die „Drei-Länder-Initiative“ besteht aus Ländern in Ost- und Mitteleuropa und soll unter anderem die Zusammenarbeit in wirtschaftlichen Fragen fördern. Die Initiative wurde am 25. August 2016 auf Bestreben Polens und Kroatiens ins Leben gerufen. Als Teil dieser Initiative zwischen den regional dominierenden Machtblöcken Deutschland und Russland begreifen sich Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Österreich, Polen, Rumänien, die Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn.

Auf ihrer ersten Konferenz 2016 verständigten sich die zwölf Staaten auf eine verstärkte Zusammenarbeit. Kernprojekte beinhalten den Bau von Flüssiggas-Terminals in Kroatien und Polen, was für die USA als weltweit führender LNG-Exporteur im energiepolitischen Wettrennen mit Russland eine neue wirtschaftliche Absatzmöglichkeit bedeutet.

USA verhängten Sanktionen gegen involvierte Baufirmen

Im Konflikt um das Energieprojekt Nordstream 2 warnen die USA seit langem vor einer zu großen Abhängigkeit der EU von russischem Gas und wollen das Projekt verhindern. Deshalb haben sie zuletzt Sanktionen gegen Firmen verhängt, die an der neuen Pipeline zwischen Russland und Deutschland mitbauen.

In einem Interview am Donnerstag kritisierte der US-Handelsminister Wilbur Ross das Energieprojekt mit dem Kreml. Er sagte: „Wir sind überhaupt nicht glücklich damit. Nordstream 2 reduziert nicht die Abhängigkeit Europas von russischem Erdgas. Die Europäer agieren etwas seltsam, wenn sie die NATO einspannen, um Europa vor einer möglichen Aggression Russlands zu bewahren, und gleichzeitig von russischer Energie abhängig sind.“

Deutschland, wo Nordstream 2 anlanden soll, wiederum befürwortet den Bau der Pipeline und kritisierte die Sanktionen. Mehrere EU-Staaten, darunter Polen, sind gegen das Projekt, weil sie einen zu starken Einfluss Russlands auf dem Energiemarkt befürchten - deshalb unterstützen sie die US-Position.

TRT Deutsch und Agenturen