„Unsere Soldaten haben dort die Aufgabe der Koordination. Dort wird es ein Operationszentrum, ein Generalleutnant geben. Unsere Soldaten gehen momentan Schritt für Schritt rüber“, sagte Präsident Recep Tayyip Erdoğan in einem Fernsehinterview für CNN Türk am Sonntag. Hochrangiges türkisches Militärpersonal werde die „Kampftruppe“in Libyen koordinieren und vor Ort ausbilden, fügte er hinzu. Ziel sei, „eine humanitäre Tragödie zu vermeiden“. Das türkische Parlament verabschiedete am Donnerstag einen Gesetzentwurf, der den Weg für die Entsendung von Militäreinheiten nach Libyen freimacht, nachdem die von der UN anerkannte Regierung der nationalen Einheit (GNA), im vergangenen Monat offiziell um Unterstützung gebeten hatte. Die selbsternannte „Libysche Nationalarmee“(LNA), die von Haftar geführt wird - und der zahlreiche russische und sudanesische Söldnereinheiten angehören - versucht, die Hauptstadt Tripolis einzunehmen. Die LNA-Miliz wurde indes für einen Luftangriff auf eine Militärakademie am Samstag verantwortlich gemacht, bei dem mindestens 30 Menschen getötet wurden.

Haftar wird von Russland, Ägypten und den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützt, während die von der UNO unterstützte Regierung Hilfe von der Türkei und ihrem Verbündeten Katar erhält.

Ankara spielt Vermittlerrolle im Konflikt zwischen USA und Iran

Die Türkei versucht, wie Erdoğan unterstrich, die amerikanisch-iranischen Spannungen zu lockern. „Wir haben ausländische Intervention immer abgelehnt (...)“. Die Türkei betrachte den jüngsten US-Angriff in Bagdad „auf gleiche Weise“, sagte er.

Erdoğan sagte, der Iran werde wahrscheinlich nicht schweigen, wenn es um die Tötung des iranischen al-Kuds-Führers Kassem Soleimani gehe. Die al-Kuds-Einheiten gelten als Spezialeinheit der Iranischen Revolutionsgarden, die sich auf exterritoriale Operationen fokussieren.

Russischer Präsident besucht Türkei

Der türkische Präsident fügte in seinem Interview hinzu, dass er seinen russischen Amtskollegen Wladimir Putin am 8. Januar in der Türkei empfangen werde. Die beiden Staatsführer werden gemeinsam die TurkStream-Pipeline eröffnen. Das Pipeline-Projekt wird sowohl die Türkei als auch den Balkan künftig mit Erdgas vom russischen Energieriesen Gazprom versorgen.

Außerdem stehen regionale Themen wie Libyen und Syrien auf der Agenda. Erdoğan sagte auch, dass er hoffe, dass die Türkei und Russland zu einem Waffenstillstand in Idlib beitragen können. Es sei wichtig, zivile Opfer zu vermeiden.

TRT Deutsch und Agenturen