Der türkische Außenminister, Mevlüt Çavuşoğlu, während der Pressekonferenz mit seinem kirgisischen Amtskollegen. (AA)

Die Türkei hat die Vereinbarung zwischen Armenien und Aserbaidschan über ein Ende der Kämpfe um die Konfliktregion Berg-Karabach im Süden des Kaukasus begrüßt. Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu schrieb am Dienstag auf Twitter, der Verbündete Aserbaidschan habe einen wichtigen Gewinn auf dem Feld und am Verhandlungstisch erzielt.

„Ich gratuliere herzlich zu diesem gesegneten Erfolg“, so der Außenminister. Die Türkei werde mit den „aserbaidschanischen Brüdern weiterhin eine Nation, eine Seele sein“, betonte Çavuşoğlu.

Während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem kirgisischen Amtskollegen Ruslan Kasachbajew wiederholte er seine Glückwünsche an Aserbaidschan. „Armenien war derjenige, der diesen Krieg begonnen hat. Jetzt musste es aufgeben. Die Türkei wird ihre Unterstützung für Aserbaidschan fortsetzen“, fügte Çavuşoğlu hinzu.

Das türkische Verteidigungsministerium nahm ebenfalls mit einer Erklärung auf Twitter Stellung. Das Ministerium beglückwünschte Aserbaidschan zu seinem „mutigen Kampf“ und sagte, Baku habe auf dem Feld seine Stärke gezeigt. „Die Leiden, die vor 30 Jahren begannen, finden heute ein Ende“, hieß es im Tweet. Der Verteidigungsminister Akar gratuliere zum „Sieg der aserbaidschanischen Türken“. Sie hätten einen gerechten Kampf geführt, um ihr eigenes Land zurückzugewinnen, das seit fast 30 Jahren besetzt war.

Alijew kündigt türkische Friedenstruppen an, Russland widerspricht

Am Montagabend war unter Vermittlung von Kremlchef Wladimir Putin eine Vereinbarung zum Ende aller Kampfhandlungen zustande gekommen. Die Waffenruhe in der Konfliktregion Berg-Karabach soll nach Angaben des aserbaidschanischen Präsidenten Ilham Alijew von russischen und türkischen Friedenstruppen gemeinsam überwacht werden.

Von russischer Seite würden 1960 Soldaten für fünf Jahre, mit der Option einer Verlängerung um weitere fünf Jahre, eingesetzt. Zur Zahl der türkischen Soldaten machte Alijew zunächst keine Angaben.

Kremlsprecher Dmitri Peskow wies jedoch die Erklärung des aserbaidschanischen Präsidenten zurück, der von einem Einsatz türkischer Friedenssoldaten und einer gemeinsamen Mission mit Russland gesprochen hatte. Diskutiert worden sei lediglich die Errichtung eines Zentrums zum Monitoring der Waffenruhe auf aserbaidschanischem Gebiet. Aber das seien separate Verhandlungen, so Peskow.

Die Gefechte um Berg-Karabach waren Ende September neu ausgebrochen. Der Konflikt um die armenische Besatzung ist schon Jahrzehnte alt. Aserbaidschan berufte sich auf das Völkerrecht und sucht immer wieder die Unterstützung von seinem „Bruderstaat“ Türkei. Armenien wiederum setzt auf Russland als Schutzmacht.

TRT Deutsch und Agenturen