2. November 2020, Österreich, Wien: Schwer bewaffnete Einsatzkräfte kontrollieren in der Wiener Innenstadt eine Person. Ein Terroranschlag endete mit vier Todesopfern und 20 Verletzten. (DPA)
Folgen

Zum Auftakt der Gedenkzeremonien anlässlich des ersten Jahrestages des tödlichen Terroranschlags in Wien hat Bürgermeister Michael Ludwig am 2. November 2021 den Zusammenhalt der Gesellschaft betont. „Diese Stadt ist stark“, sagte der sozialdemokratische Politiker am Dienstag. Zuvor hatte er bei einer kleinen Veranstaltung mehr als 20 Hinterbliebenen der Opfer sein Beileid ausgesprochen. Ludwig sagte weiter, „dass sich diese, unsere Stadt Wien nicht in die Knie zwingen lässt – nicht vom feigen Terrorismus, nicht von Menschen, die glauben, unsere demokratische Wertordnung gefährden zu können.“ In belebtem Ausgehviertel um sich geschossen
Am 2. November 2020 hatte ein 20-jähriger Sympathisant der Terrormiliz Daesh in einem belebten Ausgehviertel der österreichischen Hauptstadt vier Menschen erschossen. Darunter war eine 24-jährige deutsche Studentin, die in einem Lokal als Kellnerin jobbte. Unter den mehr als 20 Verletzten waren vier weitere Deutsche. Der Angreifer wurde neun Minuten nach dem Beginn seiner Attacke durch Schüsse der Polizei getötet.
An der Wiener Universität für Angewandte Kunst, an der die junge deutsche Frau studiert hatte, wurde am Dienstag ein Gedenkfeuer entzündet. Am frühen Abend kam die Staatsspitze zu einer Gedenkfeier in einer Kirche im Stadtzentrum zusammen.

2. November 2021, Wien, Österreich: Bundespräsident Alexander Van der Bellen spricht während einer Gedenkfeier für die Opfer eines Amoklaufs, bei dem vier Menschen getötet wurden, ein Jahr nach dem terroristischen Anschlag in Wien. (Reuters)

Zwei Austro-Türken als Helden Die beiden Austro-Türken Recep Tayyip Gültekin und Mikail Özen bewiesen bei dem terroristischen Anschlag vom 2. November großen Heldenmut und retteten trotz Kugelhagel zwei Verwundeten das Leben. Für ihre außergewöhnliche Zivilcourage in der Wiener Terrornacht wurden sie mit einer Ehrenmedaille der Landespolizeidirektion ausgezeichnet. Verliehen wurde sie durch den Wiener Polizeipräsidenten Gerhard Pürstl. Durch „mutiges und beherztes Handeln“ von Gültekin und Özen sei ein Beitrag geleistet worden, sodass „Menschenleben gerettet werden konnten“, heißt es in dem Dankschreiben. Für das „außerordentliche Engagement“, das die beiden Austro-Türken trotz der schwierigen Lage gezeigt hätten, spreche der Wiener Polizeipräsident seinen Dank und seine Anerkennung aus. Auch in den Medien wurde der Einsatz von Gültekin und Özen bei dem Anschlag hervorgehoben: „Niemand, außer vielleicht Angehörige von Spezialkräften oder ausgebildete Personenschützer, kann von sich mit Gewissheit sagen, wie er sich verhalten würde, wenn er sich plötzlich inmitten eines terroristischen Anschlags wiederfände. Ob er die richtigen Entscheidungen treffen würde, ob er gar sein eigenes Leben riskieren würde, um anderen Menschen zu helfen. Die jungen Austro-Türken Recep Tayyip Gültekin und Mikail Özen haben genau das getan“, schrieb damals die „Welt“. Und weiter: „Sie haben Mut und Anteilnahme bewiesen und am Wiener Schwedenplatz einen Polizisten gerettet, der von einem Attentäter angeschossen worden war, und einer älteren Frau geholfen, sich in Sicherheit zu bringen. Gültekin wurde selber dabei verletzt. Und die beiden Kampfsportler wurden für ihr Verhalten als Helden gefeiert.“ Mehr zum Thema: Terror in Wien: Zentralrat der Muslime in Deutschland verurteilt Anschlag

TRT Deutsch