Türkei: Export von Kölnisch Wasser wegen Pandemie verdreifacht

Der Export von „Kolonya“ hat sich 2020 in der Türkei verdreifacht. Die türkische Variante des Kölnisch Wasser soll dank seines hohen Alkoholgehalts Hände und Gesicht wirksam reinigen und so vor einer Coronavirus-Infektion schützen.

Allein im vergangenen Jahr exportierte die Türkei 6,9 Millionen Tonnen des Duftwassers. Zum Vergleich: 2019 lag der Export nach Angaben des Handelsverbands der Istanbuler Mineral- und Metall-Exporteure (IKMIB) bei 2,4 Millionen Tonnen.

Die Türkei habe 2020 mehr als 28 Millionen US-Dollar durch den Export des türkischen Duftwassers eingenommen. 2019 seien es rund neun Millionen US-Dollar gewesen.
60 Prozent des Kölnisch Wassers wurden laut IKMIB nach Deutschland, Niederlande, Irak, USA und Großbritannien exportiert. Damit sei 2020 der Export nach Deutschland um 492 Prozent auf 7,8 Millionen US-Dollar angestiegen. Dicht gefolgt von den Niederlanden mit einem Exportanteil von 491 Prozent. Irak bestellte 291 Prozent mehr, Großbritannien 246 Prozent und die USA orderte 146 Prozent mehr „Kolonya“.


Anstieg der Nachfrage von bestehenden Käufern und neue Märkte

Trotz coronabedingter Störungen in Logistik und Lieferketten sei der Handel von „Kolonya“ ununterbrochen fortgesetzt worden, bestätigte Engin Tuncer, „Kolonya“-Hersteller bei Eyüp Sabri Tuncer.

Im vergangenen Jahr sei die Nachfrage nach Hygiene-und Desinfektionsmitteln deutlich angestiegen, betonte Tuncer in einem Interview mit der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu (AA). Die türkischen Hersteller des Kölnisch Wassers hätten ihre Präsenz und Anerkennung im Ausland erhöhen können. Während der Pandemie habe das Unternehmen neben den internationalen Bestandskunden auch verstärkt von neuen Märkten eine große Nachfrage erhalten, fügte Tuncer hinzu.

Wegen der steigenden Nachfrage habe die traditionsreiche Firma ihre Produktionskapazität ausgeweitet. Mit den neuen Investitionen habe das Tuncer-Unternehmen die Produktion verdreifacht. Filial- und Internetverkäufe hätten sich in dieser Phase versechsfacht, so Tuncer. Die Nachfrage kam demnach auch aus Ländern, die das Kölnisch Wasser sonst nicht nutzen. Dazu zählten Länder wie Japan, Südkorea, Taiwan, Singapur, Malaysia und China. Hier hätte sich das Unternehmen auf dem Markt für Körperpflegeprodukte etabliert, erklärte Tuncer.


TRT Deutsch