Symbolbild: Richterhammer

Ein im Juni festgenommener syrischer Arzt aus Hessen soll in seiner Heimat an deutlich mehr Folterungen beteiligt gewesen sein als ursprünglich bekannt. Der Generalbundesanwalt geht inzwischen davon aus, dass der Mann in einem Gefängnis des Militärischen Geheimdienstes unter Diktator Baschar al-Assad mindestens einen Menschen ermordet, den Tod eines zweiten verursacht und etliche andere Opfer schwerst misshandelt hat. Der Haftbefehl gegen den Mann, der in Deutschland als Arzt praktizierte, sei deshalb im Dezember erweitert worden, teilte die Bundesanwaltschaft am Montag in Karlsruhe mit. Ihm werden nun mehrere Verbrechen gegen die Menschlichkeit zur Last gelegt. Der Mann befindet sich weiter in Untersuchungshaft.
Alle Taten sollen sich 2011 und 2012 in der westsyrischen Stadt Homs im Gefängnis oder im dortigen Militärkrankenhaus ereignet haben, wo der Geheimdienst mutmaßliche Oppositionelle festhielt. Dort soll der Arzt einem Gefangenen, der sich gegen Schläge und Tritte wehrte, eine tödliche Substanz gespritzt haben, an der er binnen Minuten starb. In anderen Fällen soll der Mann seinen Opfern Körperteile mit brennbaren Flüssigkeiten übergossen und angezündet haben. Bereits im Juni hatten die Ermittler dem Arzt vorgeworfen, einen Gefangenen schwer misshandelt zu haben, der kurz darauf gestorben war.
Der Mann, dessen Alter nicht mitgeteilt wurde, hatte Syrien 2015 verlassen. Seither hatte er in Deutschland gelebt und gearbeitet.

DPA