Schriftzug am Eingang des türkischen Außenministeriums. 

Das türkische Außenministerium hat in einer schriftlichen Erklärung am Sonntag islamophobe Äußerungen des Erzbischofs Hieronymus II. von Athen verurteilt. Das Oberhaupt der autokephalen orthodoxen Kirche von Griechenland hattesich rechtspopulistischer Rhetorik bedient.

In einem Interview hatte Hieronymus II. gesagt, der Islam sei „keine Religion, sondern eine politische Partei und ein politisches Bestreben.“ Die Muslime seien „das Volk des Krieges, das Volk der Expansion“. Diese Gewalt- und Kriegsbereitschaft gehe auf ihre Religion zurück, denn das sei „ein Merkmal des Islam“ und werde in den Lehren des Religionsstifters Mohammed erwähnt.

Das türkische Außenministerium reagierte auf die verbalen Angriffe des Erzbischofs gegen den Islam und die Muslime. Der Islam sei eine Religion des Friedens, die auf Toleranz und Mitgefühl basiere und die Koexistenz mit anderen Religionen und Zivilisationen sicherstelle, hieß es in der Erklärung des Ministeriums. Es sei bedauerlich, dass inmitten der globalen Pandemie, in der sich „jeder um ein Umfeld des gegenseitigen Respekts und der Toleranz bemühen sollte“, der Islam derart diffamiert werde.

Die provokativen Äußerungen von Erzbischof Hieronymus II., die die Gesellschaft zu Feindseligkeit und Gewalt gegen den Islam aufstachelten, zeigten auch das erschreckende Niveau der Islamophobie, hieß es weiter.

Die Zunahme von Rassismus, Islamophobie und Fremdenfeindlichkeit in Europa resultiere aus solchen bösartigen Ideen. Es sei zudem ein bewusster und unglücklich gewählter Schritt gewesen, um die Vorbereitungen für Sondierungsgespräche zwischen den beiden Ländern zu untergraben.

Türkische und griechische Spitzendiplomaten hatten verkündet, dass sie sich am 25. Januar in Istanbul zu Sondierungsgesprächen über die bilateralen Konflikte im östlichen Mittelmeerraum treffen werden.

TRT Deutsch