Ehemalige Vizepräsidentin des Europaparlaments Eva Kaili. / Photo: DPA (dpa)
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Im EU-Korruptionsskandal bleiben der mutmaßliche Drahtzieher Antonio Panzeri und die ehemalige Vizepräsidentin des Europaparlaments, Eva Kaili, im Gefängnis. Zudem entschied die zuständige Kammer am Brüsseler Gericht am Donnerstagabend, dass auch die Untersuchungshaft des belgischen Europaabgeordneten Marc Tarabella aufrechterhalten bleibt, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte.

In dem Ende 2022 öffentlich gewordenen Bestechungsskandal geht es um mutmaßliche Einflussnahme auf Entscheidungen des EU-Parlaments durch die Regierungen von Katar und Marokko. Den Beschuldigten wird von der Staatsanwaltschaft Korruption, Geldwäsche und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Kailis Anwalt Sven Mary hatte noch am Donnerstag die Freilassung seiner Mandantin gefordert, gegebenenfalls unter Auflagen wie dem Tragen einer Fußfessel. Er verwies der Nachrichtenagentur Belga zufolge auf eine „schwierige Situation“ seiner Mandantin. „Sie ist seit über zwei Monaten von ihrem Kind getrennt.“ Tarabellas Anwalt forderte demnach ebenfalls die Freilassung seines Mandanten.

Der dritte Verdächtige Panzeri, dessen Haft am Donnerstag verlängert wurde, hatte im Januar eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft unterschrieben, in der er zusagt, umfassend zur Aufklärung des Skandals beizutragen.

dpa