Palästina: Türkei investiert in Industriegebiet in Jenin

Die palästinensische Regierung begrüßt die Investitionspläne der türkischen Regierung für ein Industriegebiet in der Stadt Jenin im Westjordanland.

Die Türkei plane zehn Millionen US-Dollar in die Infrastruktur zu investieren, sagte der palästinensische Wirtschaftsminister Khaled al-Osaily im Interview mit der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu (AA). Demnach wollen sich mehrere türkische Unternehmen dort niederlassen.

Nach Angaben des palästinensischen Ministers wird das Industriegebiet in zwei Phasen errichtet: Zunächst soll die gesamte externe Infrastruktur bis voraussichtlich Mitte 2021 fertiggestellt werden. Das Vorhaben werde von Deutschland mit rund 24 Millionen Euro unterstützt. Danach gehe es um die interne Infrastruktur, die von der Türkei mit knapp zehn Millionen US-Dollar gefördert werde.

Al-Osaily bedankte sich bei der türkischen Regierung „für ihre politische Haltung und für die Unterstützung der palästinensischen Wirtschaft". Er hoffe, die Präsenz türkischer Unternehmen werde die palästinensischen Exporte ankurbeln. Zudem werde die Schaffung von etwa 5.000 direkten und 15.000 indirekten Arbeitsplätzen erwartet.

Pläne zur Errichtung eines Industriegebiets in der Region habe es seit 1999 gegeben. Diese seien aber zunächst ins Stocken geraten, bevor im vergangenen Jahr mit der Realisierung begonnen worden sei.

Das geplante Industriegebiet erstreckt sich über rund 1,1 Quadratkilometer. Errichtet werden soll die Anlage etwa drei Kilometer nördlich des Stadtzentrums von Jenin. Dort sollen sich Lebensmittelfabriken, Textilfabriken und eine Autofabrik ansiedeln.

Die Union der Kammern und Warenbörsen der Türkei (TOBB) hatte vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan den Auftrag für die Förderung eines Industriegebiets in Jenin bekommen. Die Entscheidung war vergangene Woche im türkischen Amtsblatt veröffentlicht worden.

TRT Deutsch