Johannes Wimmer, der österreichische Botschafter in Ankara

Der österreichische Botschafter in Ankara, Johannes Wimmer, hat die Bedeutung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen seinem Land und der Türkei hervorgehoben. Trotz Pandemie sei es bei den Handelsbeziehungen zu keinem nennenswerten Rückgang gekommen, sagte Wimmer in einem am Freitag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Anadolu.

Das Handelsvolumen zwischen der Türkei und Österreich im vergangenen Jahr betrug Wimmer zufolge etwa 3,8 Milliarden Euro. Österreichische Exporte in die Türkei hätten von Januar bis Oktober 2020 sogar einen Anstieg von 5,6 Prozent verzeichnet. Der Österreicher zeigte sich zuversichtlich, dass mit einer Normalisierung des Lebens die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern noch weiter intensiviert würden.

Der Botschafter betonte, dass sich die Aktivitäten der österreichischen Unternehmen nicht nur auf den Export von Gütern beschränkten. So sei die Türkei auch als Produktionsstandort von Bedeutung. „Dieser Umstand trägt maßgeblich zum Außenhandel der Türkei bei“, erklärte Wimmer. „Statistiken zufolge beschäftigen österreichische Unternehmen etwa 12.000 Menschen in der Türkei“.

Laut dem Botschafter ist die Türkei zudem ein „wichtiger Markt“ und „Knotenpunkt für Investitionen in der Region“. Mit seinem breiten Flugnetz sei das Land eine „wichtige Brücke für die Märkte im Nahen Osten, in Zentralasien und Afrika“.

Großes Potenzial für die Beziehung zwischen beiden Ländern sieht der Botschafter in der Baubranche. „Auch ‚Nearshoring‘ kann für türkische und österreichische Unternehmen eine sehr hoffnungsvolle Option sein“, ergänzte er.

AA