Das türkische Forschungsschiff „Oruç Reis" im östlichen Mittelmeer (DPA)

Israel will mit der Türkei bei der Förderung von Erdgas im östlichen Mittelmeer kooperieren. Das erklärte der israelische Energieminister Yuval Steinitz während eines Besuchs auf Griechisch-Zypern, wie die Nachrichtenagentur Anadolu am Dienstag berichtete.

Unter Bezugnahme auf das Projekt „Erdgaspipeline östliches Mittelmeer“ (EastMed) unterstrich Steinitz die Bedeutung der Unterwasser-Pipeline, die ihm zufolge die längste und tiefste der Welt sein wird. Der Minister hofft, dass das Projekt in fünf Jahren abgeschlossen sein wird.

Israel habe bereits Gespräche über den Export von Erdgas in die Türkei geführt, die aber noch zu keinem Ergebnis geführt hätten, so Steinitz. Er äußerte die Hoffnung, dass Ankara in Zukunft dem sogenannten „Eastern Mediterranean Gas Forum“ beitreten wird. Israel, Italien, Griechenland, Griechisch-Zypern, Jordanien, Frankreich sowie die palästinensische Verwaltung nehmen bereits an diesem Projekt teil.

Bei „EastMed“ handelt es sich um ein insgesamt 1900 Kilometer langes Erdgaspipeline-Projekt, das sich von Israel nach Griechenland und von dort weiter nach Italien erstrecken soll.

Kritiker halten vor, dass das Projekt kaum umsetzbar sei. Es reiche nicht aus, die Pipeline mit den derzeit bekannten Gasreserven vor Israels östlicher Mittelmeerküste zu versorgen. Selbst wenn Ägypten zu dem Projekt hinzugefügt werde, hänge die Machbarkeit des Projekts von möglichen neuen Entdeckungen von Reserven in der Region ab.

Seit der Entdeckung reicher Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer gibt es heftigen Streit um deren Gewinnung. Sowohl die EU-Mitglieder Griechenland und Griechisch-Zypern als auch die Türkei erheben Anspruch auf die betroffenen Seegebiete. Im vergangenen Jahr wäre der Streit fast eskaliert, die Nato-Partner entsandten im August Kriegsschiffe in die Region. Im September erklärten sich beide Seiten zwar zur Wiederaufnahme von Gesprächen bereit, nannten aber keinen Termin.

Griechenland unterstellt der Türkei, sie würde in Meeresgebieten nach Erdgas suchen, die angeblich nach internationalem Seerecht nur von Griechenland ausgebeutet werden dürften. Nach Lesart Ankaras gehören diese Gebiete zum türkischen Festlandsockel.

TRT Deutsch