Archivbild. 07.01.2022, Berlin: Joachim Nagel, Präsident der Deutschen Bundesbank, bei der Übergabe der Ernennungsurkunde im Schloss Bellevue. (DPA)
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Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Joachim Nagel, zeigt sich besorgt über die hohe Inflation und macht Sparern Hoffnung auf bald wieder höhere Zinsen. „Wir erwarten schon im Jahresdurchschnitt 2022 eine Inflationsrate, die bei sechs Prozent liegen kann. Und das ist natürlich zu viel“, sagte Nagel am Mittwoch im Interview mit dem ARD-Magazin Plusminus. Wenn der Krieg in der Ukraine anhalte, könne es zu weiteren Erhöhungen der Energiepreise und „Überschwappeffekten auf die Realwirtschaft“ kommen.
Gerade Menschen mit kleineren oder mittleren Einkommen würden besonders hart durch die hohen Preise getroffen. „Und da müssen wir ran. Wir als Notenbanker. Diese hohen Inflationsraten dürfen sich nicht verfestigen. Das wird sicherlich eine Aufgabe sein - insbesondere für das Eurosystem in diesem Jahr“, sagte Nagel.
Im Juni werde er zusammen mit seinen Kollegen im EZB-Rat auf der „Basis frischer Daten“ über die künftige Geldpolitik entscheiden. „Was wir jetzt sehen, deutet darauf hin, dass sich möglicherweise auch der Sparer bald wieder über höhere Zinsen freuen kann.“

DPA