Ohne Fachkräfte stehen die Räder in Deutschland still. Ob nun im Straßenbau, im Baugewerbe, bei Sanitär oder Heizung und sonst wo - wir brauchen sie. Laut Handwerkspräsident Hans Peter Wollseifer fehlen bundesweit 30 000 Fachkräfte. Aus diesem Grund kommt es zu Verzögerungen im Baugewerbe, bei Brückensanierungen oder beim Breitbandausbau.

Ein Hoffnungsschimmer ist das Gesetz für die Einwanderung von Fachkräften. Es wird März 2020 in Kraft treten und Arbeitnehmern aus Nicht-EU-Staaten den Weg nach Deutschland frei machen. Dies haben Wirtschaftsverbände und die Bundesregierung so beschlossen. In Praxis bedeutet das: Berufsabschlüsse aus dem Ausland werden anerkannt, Visa-Verfahren erleichtert und Deutschkurse organisiert. Handwerkspräsident Wolfseifer ist kritisch. „Wir sind uns im Klaren darüber, dass nicht sofort 30 000 Fachkräfte vor der Tür stehen werden, wenn das Gesetz am 1. März kommt“, sagte Wollseifer. „Wir werden vermutlich erst einmal mit kleinen Zahlen anfangen, die dann kontinuierlich steigen. Wenn wir einige Tausend Fachkräfte pro Jahr aus Drittländern bekommen, wäre das ein Erfolg. Wieviele es genau sein werden, darüber lässt sich nur spekulieren, das kann bei 5000, aber vielleicht auch bei 50 000 liegen.“

Viel besser wäre es, Langzeitarbeitslose für den Markt zu qualifizieren. Diese Branche müsste auch für Frauen attraktiver werden. Wollseifer bemerkt auch: „Damit noch mehr Frauen überhaupt im Beruf tätig werden können, müssen die Bedingungen etwa durch mehr Kitas und Ganztagsbetreuung in den Schulen verbessert werden.“

DPA