Die Coronakrise führt dazu, dass Immobilienkäufer günstigere Darlehen aufnehmen können. Wer ein Haus oder eine Wohnung kaufen will, kann sich Konditionen nahe Rekordtiefs sichern, beobachten Kreditvermittler. Auch die Aussichten seien gut. „Die Verunsicherung durch das Coronavirus hat zu einem Allzeittief bei Bauzinsen geführt“, sagt Mirjam Mohr, Vorständin für das Privatkundengeschäft bei Interhyp. Dem Baufinanzierungsvermittler zufolge kann die Mehrheit der Kreditnehmer Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung für rund 0,6 Prozent jährlich aufnehmen, bei guter Bonität seien um 0,4 Prozent drin. Interhyp vergleicht die Konditionen von über 400 Banken. Der große Finanzvertrieb Dr. Klein sieht zehnjährige Baudarlehen bei einigen regionalen Banken ab 0,31 Prozent, der Baufinanzierungsvermittler Hüttig & Rompf eine „realistische Untergrenze“ von etwa 0,35 Prozent. Bei 15 Jahren Zinsbindung lägen die Konditionen bestenfalls bei rund 0,5 Prozent.

Aktienmärkte wegen Coronakrise eingebrochen Da die Aktienmärkte wegen der Coronakrise eingebrochen sind, flohen viele Investoren in Staatsanleihen. Sie gelten als vergleichsweise sicher. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen, an denen sich Bauzinsen orientieren, fielen daher stark. Zudem haben Zentralbanken wie die amerikanische Fed den Leitzins drastisch gesenkt, was das Zinsniveau an den Kapitalmärkten insgesamt drückt. Derzeit herrsche maximale Unsicherheit am Kapitalmarkt, die Wochen dauern dürfte, meint Michael Neumann, Vorstandschef von Dr. Klein Privatkunden. Er erwarte weiter ein „extrem attraktives Zinsniveau“ für Bauherren, Käufer und Anschlussfinanzierungen. Verbraucher sollten aber nicht auf noch niedrigere Zinsen spekulieren.

DPA