Archivbild. 15.01.2020, Hamburg: Ein Container-Stapler ist auf dem Container Terminal Tollerort (CTT) der Hamburg Hafen und Logistik AG (HHLA) unterwegs. (DPA)

Waren aus China machen der deutschen Exportwirtschaft in der EU zunehmend Konkurrenz. Der Anteil chinesischer Warenimporte in die EU ist einer Studie des Wirtschaftsforschungsinstituts IW Köln zufolge zwischen den Jahren 2000 und 2019 deutlich gestiegen, der Anteil deutscher Waren hingegen insgesamt sogar leicht gesunken. So machten deutsche Importe in EU-Ländern vor 21 Jahren noch 14,0 Prozent aus, chinesische nur 2,7 Prozent. 2019 lag der Anteil der Waren aus China bei 7,6 Prozent, der aus Deutschland nur noch bei 13,8 Prozent. Neuere Daten aus den Jahren nach 2019 beziehen die Autoren nicht ein. Zuerst hatte die „Welt am Sonntag“ über die Auswertung berichtet.

Besonders deutlich werde dieser Trend bei den sogenannten anspruchsvollen industriellen Produktgruppen, teilt das Institut mit. Dazu zählen pharmazeutische und chemische Erzeugnisse, Metallprodukte, elektrische Geräte und Ausrüstungen wie Videokameras, Maschinen sowie Autos, Autoteile und andere Fahrzeuge. In diesen Bereichen lief es für deutsche Exporteure stets besonders gut, wegen ihrer „offenkundigen Spezialisierung auf diese Waren“, wie es in der Studie heißt.

Chinesische Importe immer beliebter

Allerdings verschoben sich die Anteile in den vergangenen Jahren zugunsten Chinas. Im Jahr 2000 machten deutsche Produkte aus diesen Bereichen an den EU-Importen noch einen Anteil von 17,5 Prozent aus, er erreichte 2005 mit 19,0 Prozent sein Maximum, 2019 lag er nur noch bei 17,0 Prozent. Der Anteil chinesischer Waren aus diesem Bereich stieg hingegen seit 2000 (2,6 Prozent) bis 2019 kontinuierlich auf 9,7 Prozent.

Noch deutlicher wird die Fokussierung Chinas auf die anspruchsvollen Industriebereiche, wenn man sich die Anteile innerhalb der aus China in die EU exportierten Waren anschaut: „Der Anteil dieser fokussierten Produktgruppen an den EU-Importen aus China in allen Produktgruppen stieg von 50,7 Prozent (2000) auf 68,2 Prozent (2019). Er ist damit inzwischen sogar höher als der deutsche Anteil mit 65,5 Prozent (2000: 67,4)“, teilt das IW mit.

DPA