Mannschaftsfoto TG Kirchheim (AA)

In der Tabelle der Kreisliga A Neckar/Fils 2 sieht es für die TG Kirchheim/Teck derzeit durchwachsen aus. Wie bereits am Ende der Vorjahressaison steht die Mannschaft nur auf dem 17. und damit letzten Tabellenplatz mit sieben Punkten und einer Tordifferenz von minus 41. Einer der Gründe für die Krise ist, dass es am Nachwuchs fehlt. Diesem Zustand will nun „Türkgücü Kirchheim – das brandneue Kultur- und Integrationsprojekt“ den Kampf ansagen.

Diesen Namen trägt das jüngst vorgestellte Sport- und Sozialprojekt, das von der TG Kirchheim selbst initiiert wurde. Dass „TGK21“ sowohl in den Initialen als auch im Logo an die „Turngemeinde Kirchheim“ erinnert, wie der ursprüngliche Vereinsname lautet, kommt nicht von ungefähr.

TG steht „schon immer für ganz viel Multi-Kulti“

Die TG hat eine lange Tradition. Die erste Fußballabteilung wurde 1912 ins Leben gerufen, bis 1933 war die „Turngemeinde“ der größte und aktivste Sportverein in der Region. Dann folgten Verbot und Enteignung durch die Nationalsozialisten. Im Jahr 1947 fanden sich die ersten 75 Mitglieder zur Wiedergründung ein.

Seit 16 Jahren gibt es im Fußball bei der TG Kirchheim aber nun schon keine Jugendabteilung mehr. Mithilfe des neuen Projekts, das auch schon in den sozialen Medien um Interessierte wirbt, soll sich das nun ändern und damit auch ein Grundstein für eine sportliche Aufwärtsentwicklung des Meisters der Kreisliga B Neckar/Fils 6 in der Saison 2019/20.

Pressewart Habib Aydin und Sektionschef Okan Elmas wollen, wie sie in einem kürzlich erschienenen Interview mit dem „Teckboten“ betonen, den Traditionsverein TG mit der „neuen Marke“ für die Jugend wieder attraktiver machen. Das Zielpublikum sollen dabei insbesondere, aber nicht nur, fußballbegeisterte Jugendliche aus der Einwanderercommunity sein.

„Wir wollen etwas bewegen und frischen Wind in unseren Verein bringen“, erläutert Elmas. „Da die TG indirekt schon immer für ganz viel Multi-Kulti steht, legen wir jetzt ganz bewusst den Schwerpunkt darauf.“

Hommage an 60. Jahrestag des Anwerbeabkommens

Der Sport selbst, aber auch soziales Engagement und Veranstaltungen sollen auf diese Weise auch Meilensteine im Bereich der Integration setzen: „Ziel ist es, eine Anlaufstelle für fußballbegeisterte Jugendliche aller Kulturen zu werden und sie durch verschiedene Maßnahmen in die Gesellschaft einzubinden.“

Um das gewährleisten zu können, übernehmen im Rahmen des neuen Projekts Sponsoren die Mitgliedsbeiträge oder auch die Kosten für die Trainingsausstattung für Kinder und Jugendliche aus ärmeren Verhältnissen.

Der Projektname „TGK21“ sei vor allem in Anlehnung an den 60. Jahrestag der Unterzeichnung des Anwerbeabkommens zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei vom 30. Oktober 1961 entstanden, betont Aydin: „Wir sind alle waschechte Kirchheimer, bloß eben mit Migrationshintergrund. Als dritte Generation der Gastarbeiter wollen wir nun etwas zurückgeben.“

TRT Deutsch