Jürgen Klopp  (dpa)
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Ein ganzes Jahr ohne Niederlage in der Premier League ist für Liverpool-Trainer Jürgen Klopp kein Anlass zum Feiern. Vielmehr wünscht sich der Coach des englischen Tabellenführers nach sechs Spielen in 17 Tagen etwas Ruhe. „Es ist nicht so, dass es in der Kabine eine Party gab oder so“, stellte Klopp nach dem 2:0 (1:0)-Sieg gegen Sheffield United klar. „Es ist eine sehr intensive Phase des Jahres, da will keiner losziehen und was trinken gehen. Die sind alle froh, wenn sie im Bett sind. Und ich übrigens auch.“ Vor dem Derby im FA Cup am Sonntag gegen den Lokalrivalen FC Everton deutete Klopp an, dass er einige Spieler schonen will. Der frühere Leipziger Naby Keita wird verletzt ausfallen. „Ich werde tun, was ich für richtig halte“, sagte Klopp. „Manche Dinge kann ich selbst entscheiden, das mache ich. Und andere Dinge wird mir die medizinische Abteilung empfehlen.“

Mag das Pokal-Derby in Anfield auch noch so prestigeträchtig sein - die Premier League geht in diesem Jahr vor, auch wenn Klopp das selbst so nicht sagen würde. Dass sein Team am Ende dieser Saison erstmals seit drei Jahrzehnten die Meisterschaft gewinnt, bezweifelt inzwischen kaum noch jemand. 13 Punkte Vorsprung hat Liverpool auf den Zweiten Leicester City und 14 auf Titelverteidiger Manchester City. Beide Konkurrenten haben außerdem ein Spiel mehr absolviert als die Reds. Das komfortable Punkte-Polster lässt Klopp allerdings kalt. „Wir wissen, dass es noch Raum für Verbesserung gibt“, mahnte er. „Wir können Dinge besser machen und das müssen wir auch.“

Der Sieg gegen Sheffield - durch Tore von Mohamed Salah (4. Minute) und Sadio Mané (64. Minute) - war der 19. Sieg im 20. Saisonspiel. „Ich bin echt glücklich und sehr stolz auf die Jungs“, schwärmte Klopp angesichts des Premier-League-Jahres ohne Niederlage. Der 52-Jährige stellte gleichzeitig klar: „Unser neues Jahr beginnt Mitte Mai, wir haben gute Vorsätze für die Saison, nicht für das neue Jahr.“

Seit 37 Spielen ist Liverpool unbesiegt. Das letzte Mal verlor die Klopp-Elf am 3. Januar 2019. Ein 1:2 gegen Meister Manchester City war die einzige Niederlage der vergangenen Saison und dient den Reds nun als Warnung. Denn die Partie war der Wendepunkt für Manchester City und am Ende saisonentscheidend. Die Reds landeten schließlich einen Punkt hinter dem Rivalen und verpassten den Meistertitel denkbar knapp. Dass es noch einmal so kommt, scheint aufgrund der aktuellen Form Liverpools unwahrscheinlich. Und die nächste Begegnung gegen das Team von Trainer Pep Guardiola im April kommt wohl auch zu spät, um für Manchester City noch einmal die Wende zu bringen. Doch um ganz sicher zu gehen, dass Liverpools 30-jährige Sehnsucht nach dem Meistertitel in diesem Sommer ein Ende nimmt, wird Klopp seine Profis vorerst wohl auch weiter früh ins Bett schicken.

dpa