Präsident Erdoğan empfängt NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg im  „Türkischen Haus“ in New York. / Foto: AA (Others)
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Rande der 78. UN-Generalversammlung zahlreiche Regierungs- und Staatsvertreter sowie führende Persönlichkeiten getroffen. Im „Türkischen Haus“ in New York empfing Erdoğan unter anderem NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg, den polnischen Präsidenten Andrzej Duda und seinen algerischen Amtskollegen Abdelmadjid Tebboune.

„Wie immer werden wir eines der Länder sein, die NATO-Missionen am aktivsten unterstützen“, schrieb Erdoğan kurz nach dem Treffen mit Stoltenberg auf der Social-Media-Plattform X, ehemals Twitter.

Stoltenberg dankte Präsident Erdoğan für die türkischen Bemühungen zur Wiederbelebung des Schwarzmeer-Getreideabkommens. Thema der Gespräche sei auch die „verstärkte Bekämpfung von Terrorismus“ gewesen, sagte er.

Wie auf dem NATO-Gipfel in der litauischen Hauptstadt Vilnius im Juli vereinbart, werde das türkische Parlament die schwedische NATO-Mitgliedschaft so bald wie möglich akzeptieren, schrieb Stoltenberg auf X kurz nach dem Treffen.

Erdoğan empfängt Amtskollegen im „Türkischen Haus“

Erdoğan kam auch mit dem polnischen Präsidenten Andrzej Duda im „Türkischen Haus“ zusammen. Die beiden Staatschefs besprachen regionale Themen sowie die bilateralen Beziehungen beider Länder.

„Ich hoffe, dass unser Treffen mit Herrn Duda für unsere Länder und die Region von Nutzen sein wird“, schrieb Erdoğan auf X.

Das Treffen fand in Anwesenheit des türkischen Außenministers Hakan Fidan statt und dauerte rund 50 Minuten. Weitere Teilnehmer waren Industrie- und Technologieminister Mehmet Fatih Kacır, Wirtschaftsminister Ömer Bolat und der Chef des türkischen Nachrichtendienstes MIT, Ibrahim Kalın.

Auch der algerische Präsident Abdelmadjid Tebboune besuchte Erdoğan im „Türkischen Haus“ in der US-Metropole. Während des Treffens hätten beide Staatsoberhäupter die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern bewertet, hieß es in einer Mitteilung der türkischen Kommunikationsdirektion. Außerdem seien Themen, die auf der UN-Agenda stehen, sowie regionale und globale Entwicklungen besprochen worden. Auch die Spannungen in Afrika und die Lösungsvorschläge der beiden Länder seien bei dem Treffen diskutiert worden.

Erdoğan zufrieden mit der Entwicklung der Zusammenarbeit mit den USA

Am Montag nahm Präsident Erdoğan außerdem an einer Podiumsdiskussion mit Vertretern von Denkfabriken in New York teil. „Wir haben die meisten unserer Blockaden während der Gespräche mit (Präsident) Biden gelöst und beschlossen, weitere Gespräche zu führen“, sagte er dort vor einem großen Publikum.

Die beiden Nationen würden ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus verstärken. Der Terrorismus sei „eine Bedrohung für beide Länder“, fügte Erdoğan hinzu.

Mit Blick auf die US-Unterstützung für die terroristische PKK/YPG in Nordsyrien betonte Erdoğan, dass es keine Partnerschaft mit Terrorgruppen geben könne.

„Jede Entwicklung in unserer Region ist ein Beweis dafür, wie falsch die Unterscheidung zwischen guten Terroristen und bösen Terroristen ist. Mit Terroristen kann man nicht verhandeln, mit ihnen kann man sich weder anfreunden noch verbünden“, sagte Erdoğan.

Erdoğan sprach bei der Veranstaltung auch über die Beiträge von Türkiye zur Lösung globaler und regionaler Probleme. Dazu gehörten die Förderung von Frieden, Stabilität und Wohlstand in der Region und die Beseitigung von Ungerechtigkeiten im internationalen System.

Der Präsident betonte dabei auch, dass die Stärkung der internationalen Solidarität von großer Bedeutung sei. Dies gelte insbesondere für den überparteilichen Kampf gegen terroristische Gruppen wie die PKK, Daesh und die Fetullahistische Terrororganisation (FETÖ).

Letztere ist eine Terrorgruppe, die nach langer Unterwanderung des Staatsapparates am 15. Juli 2016 mit einem gewaltsamen Putschversuch die türkische Regierung stürzen wollte. Bei der Vereitelung des Putsches wurden hunderte Demonstranten von Putschsoldaten getötet.

TRT Deutsch