Der Bundesaußenminister, Heiko Maas, bei einer Pressekonferenz.

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) hofft auf eine Verbesserung des deutsch-amerikanischen Verhältnisses nach der US-Präsidentschaftswahl. „Ich wünsche mir, dass sich der Umgang miteinander ändert – völlig unabhängig davon, wer diese Wahl gewinnt“, sagte Maas den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland in der Samstagsausgabe. In den vergangenen Jahren hätten die transatlantischen Beziehungen gelitten.

„Mit Donald Trump als Präsidenten ist das transatlantische Verhältnis komplizierter geworden“, fügte der Minister hinzu. „Da wurden immer wieder ohne vorherige Absprache Entscheidungen getroffen, die wir nicht nachvollziehen konnten“, erklärte Maas und verwies auf die Aufkündigung des Atomabkommens mit dem Iran.

Zugleich warnte der Minister vor Illusionen im Falle eines Wahlsiegs von Trumps Herausforderer Joe Biden. „Ich gehöre nicht zu denen, die meinen, dass mit einem Präsident Biden ‚alles wieder gut‘ würde“, sagte Maas. Die USA richteten seit Jahren ihre im Kalten Krieg angenommene außen- und sicherheitspolitische Rolle in der Welt strategisch neu aus.

„Wir müssen uns darauf einrichten, dass sich an dieser Grundtendenz strukturell nichts ändern wird“, erläuterte er. Möglicherweise werde es nach einem Regierungswechsel bessere Absprachen mit den USA geben. „Es bleibt aber die Lehre: Wir Europäer müssen mehr Eigenverantwortung übernehmen“, sagte Maas.

AFP