Symbolbild. 10.06.2021, Rumänien, Voluntari: Fußball: EM, Gruppe C, Ukraine, Training. Andrij Schewtschenko, Nationaltrainer der Ukraine, während der Trainingseinheit. (DPA)

Der ukrainische Fußballverband hat zugestimmt, den Spruch „Ruhm unseren Helden!“ zum Teil des offiziellen Slogans der eigenen Fußball-Nationalmannschaft zu machen. Das verkündete der Präsident des ukrainischen Fußballverbandes, Andriy Pavelko, am Freitagmorgen auf Facebook. Zuvor hatte die UEFA die Verwendung des Slogans auf dem Trikot der Nationalmannschaft untersagt, da diese politisch sei und gegen die Regeln des Verbands verstoße.

Der europäische Fußballverband hatte der Ukraine jedoch auch mitgeteilt, dass sie eine Übersichtskarte des Landes auf dem Trikot behalten darf. Die Karte beinhaltet die von Russland nach Ansicht der meisten Staaten völkerrechtswidrig annektierte Krim und sorgte gemeinsam mit dem Slogan für Empörung in Moskau. „Ruhm unseren Helden“ müsse jedoch entfernt werden, weil er eine militärische und politische Konnotation habe. Pavelko flog deshalb am Donnerstag zu Notgesprächen mit der UEFA nach Rom. Die Gespräche sollen am Freitagmorgen fortgesetzt werden, teilte er mit.

Das neue Trikot soll bereits bei der am Freitag beginnenden Europameisterschaft zum Einsatz kommen. Der Slogan, der vollständig „Ruhm der Ukraine, Ruhm unseren Helden“ lautet, ist ein patriotischer Ausruf. Er war Leitmotiv der Demonstranten, die den vom Kreml unterstützten ehemaligen Machthaber der Ukraine, Viktor Janukowytsch, bei Protesten im Jahr 2014 gestürzt hatten. Gegen den ersten Teils des Slogans hat die UEFA keine Einwände gehabt.

Die Ukraine führte zu ihrer Verteidigung gegenüber der UEFA an, das Trikot und der Spruch seien ein Symbol der nationalen Einheit. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenski verkündete ebenfalls seine Zustimmung für das Design und postete ein Selfie auf Instagram, das ihn mit dem neuen Trikot zeigte. Das neue Trikot sei etwas Besonderes und beinhalte „mehrere wichtige Symbole“, welche die Ukrainer „von Lugansk bis Uzhgorod, von Tschernihiw bis Sewastopol vereinen“, so Zelenskiy.

Moskau hatte Einspruch gegen das Trikotdesign erhoben und begrüßte die Entscheidung der UEFA. „Sport ist kein Schlachtfeld, sondern ein Platz für den Wettbewerb“, erklärte die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, im Online-Dienst Telegram.

Seit etwa sieben Jahren werden Teile der ostukrainischen Gebiete Donezk und Luhansk entlang der russischen Grenze von moskautreuen Aufständischen kontrolliert. Zudem wurde im selben Konflikt die Krim-Halbinsel von Russland annektiert. Die internationale Gemeinschaft erkennt die Annexion nicht an und stuft sie als völkerrechtswidrig ein.

TRT Deutsch