Die Türkei und die Türkische Republik Nordzypern (TRNZ) haben am Montag den 46. Jahrestag der „Friedensoperation Zypern“ begangen. Nachdem eine griechische Militärjunta die Regierung auf der Insel stürzte, intervenierte die Türkei am 20. Juli 1974 als Schutzmacht der türkischen Minderheit.

„Eine faire, dauerhafte Lösung für Zypern ist nur mit der Akzeptanz eines gleichen Status für die türkischen Zyprioten möglich“, sagte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan in einer schriftlichen Erklärung.

„Die Friedensoperation zeigt das Wiederaufleben einer Öffentlichkeit, die aus der Geschichte ausgelöscht werden sollte“, kommentierte Erdoğan. „Diese Operation hat der ganzen Welt gezeigt, was getan werden kann, wenn die Grundrechte der türkischen Zyprioten verletzt werden [und] wenn ihre Freiheit bedroht ist.“
Das Staatsoberhaupt fügte hinzu, dass eine faire und dauerhafte Lösung für Zypern nur möglich sei, wenn die türkischen Zyprioten den gleichen Status erhielten wie die griechischen Zyprioten. Die griechische Seite müsse die politische Gleichberechtigung der türkischen Zyprioten und ihre Gleichberechtigung im Hinblick auf die natürlichen Ressourcen der Insel ohne jede Verzögerung anerkennen, forderte er.
Im Norden der Stadt Lefkoşa fand eine Zeremonie statt, bei der türkische und türkisch-zyprische Spitzenbeamte einen Kranz am Denkmal des Gründers der modernen Türkei, Mustafa Kemal Atatürk, niederlegten. Unter den Teilnehmern waren der Präsident der TRNZ, Mustafa Akıncı, der türkische Vizepräsident Fuat Oktay, Minister, Gesetzgeber sowie militärische und diplomatische Vertreter.

Der Präsident der TRNZ und der türkische Vizepräsident bei der Kranzniederlegung vor einem Atatürk-Denkmal. 
Der Präsident der TRNZ und der türkische Vizepräsident bei der Kranzniederlegung vor einem Atatürk-Denkmal.  (AA)

TRNZ für „friedensbasierten Ansatz“

Akıncı unterstrich, dass die türkischen Zyprioten eine dauerhafte Lösung der Zypernfrage mit einem friedensbasierten Ansatz anstrebten. Die Türkei, so der türkische Vizepräsident, sei entschlossen, weiterhin hinter den türkischen Zyprioten zu stehen, wann immer es nötig sei. Die Teilnehmer hielten sich streng an die Gesundheitsrichtlinien, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern - sie hielten sich an Maßnahmen wie soziale Distanzierung und trugen Gesichtsmasken. Jedes Jahr begeht die TRNZ den 20. Juli als „Tag des Friedens und der Freiheit“, um der Friedensoperation zu gedenken. Bei dem Einsatz handelt es sich um eine groß angelegte Militärintervention zum Schutz der türkischen Zyprioten vor gewaltsamen Übergriffen durch die griechische Seite, die vor und während 1974 über die Insel hereinbrachen.

Infolge eines Militärputsches im Jahre 1974, der auf die Annexion der Insel durch Griechenland abzielte, ist die Insel in eine türkisch-zyprische Regierung im Norden und eine griechisch-zyprische Verwaltung im Süden geteilt. Die Militärintervention der Türkei beendete die jahrelange Verfolgung und Gewalt gegen türkische Zyprioten durch ultranationalistische griechische Zyprioten.

Bürger in Lefkoşa nehmen an den Feierlichkeiten zum Gedenktag der Zypern-Friedensoperation teil.
Bürger in Lefkoşa nehmen an den Feierlichkeiten zum Gedenktag der Zypern-Friedensoperation teil. (AA)
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