04.09.2020, USA, Portland: Polizisten führen in der Nähe einer Demonstration der „Black Lives Matter"-Bewegung eine Verkehrskontrolle durch. (DPA)

Nach dem Tod eines ultrarechten Demonstranten am Rande von Anti-Rassismus-Protesten in der US-Stadt Portland haben Polizisten einen Tatverdächtigen erschossen. Nach Behördenangaben vom Freitag hatte der 48-jährige Tatverdächtige versucht, vor vier Polizisten zu fliehen. Unterdessen prangerte US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden den „institutionellen Rassismus” in den USA an und machte US-Präsident Donald Trump für Gewalt gegen Schwarze mitverantwortlich.

Ein Behördensprecher des Bundesstaats Washington sagte der Nachrichtenagentur AFP, Beamte hätten am Donnerstagabend das Haus des 48-jährigen Verdächtigen observiert. Als der anscheinend bewaffnete Mann einen Fluchtversuch unternommen habe, hätten sie auf ihn geschossen. Ob der Mann tatsächlich eine Waffe bei sich hatte, werde ermittelt.

Opfer soll „Patriot Prayer”-Mitglied gewesen sein

Nach Polizeiangaben stand der 48-Jährige im Verdacht, am Samstag vergangener Woche einen 39-Jährigen erschossen zu haben, der der ultrarechten Gruppierung „Patriot Prayer” angehört haben soll. Trump hatte die Tat verurteilt und eine rasche Festnahme des „kaltblütigen Mörders” gefordert.

Vor seinem Tod hatte der Tatverdächtige sich im Sender Vice News zu den tödlichen Schüssen in Portland geäußert. „Ich hätte sitzenbleiben können und zusehen, wie sie einen Freund von mir töten, einen Schwarzen. Aber das wollte ich nicht.” Direkte Verantwortung für die tödlichen Schüsse übernahm er aber nicht.

Biden: Trump „legitimiert“ Rassismus

In Portland und weiteren US-Städten gibt es seit Wochen Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt, die ursprünglich durch den Tod des Schwarzen George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz Ende Mai ausgelöst worden waren. Am Rande der Demonstrationen kommt es immer wieder zu gewaltsamen Ausschreitungen.

Die Gewalt bei Protesten hat längst auch den Präsidentschaftswahlkampf erreicht. Während Trump versucht, sich als „Präsident von Recht und Ordnung” in Szene zu setzen, warf sein demokratischer Kontrahent Biden ihm bei einem Besuch in Kenosha am Donnerstag vor, Rassismus zu „legitimieren”.

TRT Deutsch und Agenturen