Demonstranten in Portland verbrennen während eines Protestmarsches im Anschluss an die US-Präsidentschaftswahlen eine US-Flagge. (DPA)

Bei Protesten linksgerichteter Demonstranten in Portland nach der US-Präsidentschaftswahl sind mindestens zehn Menschen festgenommen worden. Die Polizei warnte am Mittwochabend (Ortszeit) im Onlinedienst Twitter vor „weitverbreiteter Gewalt“ und Ausschreitungen und rief die Menschen auf, die Innenstadt zu meiden. Hunderte Polizisten und Nationalgardisten waren im Einsatz. Die Gouverneurin des US-Bundesstaats Oregon, Kate Brown, verlängerte den zuvor bereits für die Wahlnacht ausgerufenen Notstand.

Bereits vor der Wahl war eine Eskalation der Gewalt in Teilen des Landes befürchtet worden. Das liberal geprägte Portland im Nordwesten der USA ist seit Monaten Schauplatz von Protesten gegen Rassismus und Polizeigewalt.

Mehrere linksgerichtete und antikapitalistische Gruppen hatten zuvor friedlich in einem Park in der Innenstadt mit Musik und Vorträgen demonstriert. Eine weitere Gruppe von Demonstranten am Fluss der Stadt erklärte, die Wahlergebnisse schützen zu wollen und schwenkte Transparente mit der Aufschrift „Zählt jede Stimme“.

Später warfen Demonstranten nach Polizeiangaben Flaschen und andere Gegenstände auf die Einsatzkräfte und zertrümmerten Schaufenster. Ein Mann wurde verdächtigt, einen Molotow-Cocktail geworfen zu haben. Die Polizei beschlagnahmte mehrere Waffen, darunter ein geladenes Gewehr, ein Messer, Hammer und Feuerwerkskörper.

Repräsentantenhaus geht an die Demokraten, Senat bleibt bei den Republikanern

Nach der US-Präsidentschaftswahl am Dienstag steht noch immer kein Wahlsieger fest. Präsident Donald Trump und sein demokratischer Herausforderer Joe Biden liefern sich ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen. Mit Siegen in den Schlüsselstaaten Michigan und Wisconsin hat US-Präsidentschaftskandidat Joe Biden seine Chancen auf den Sieg über Amtsinhaber Donald Trump deutlich verbessert. Ergebnisse aus anderen wichtigen Bundesstaaten standen am Mittwoch aus. Zudem leitete Trumps Team den juristischen Kampf um die Wahl mit Klagen gegen die Stimmauszählungen in mehreren Staaten ein.

Parallel zur Präsidentschaftswahl wurde auch der Kongress großteils neu gewählt. Dabei konnten die Demokraten laut US-Sendern ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus ausbauen. Die Hoffnung der Demokraten, Trumps Republikanern ihre Senatsmehrheit abzuringen, schrumpfte dagegen: Die Republikaner konnten laut US-Medien unter anderem in Iowa, North Carolina und Maine drei Sitze verteidigen, auf die sich die Demokraten gute Chancen ausgerechnet hatten.

AFP