UNRWA: Bei ausbleibenden Hilfsgeldern droht Schließung Ende Februar / Photo: DPA (dpa)
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Ein anhaltender Stop der internationalen Finanzierung des UN-Palästinenserhilfswerks UNRWA würde dieses eigenen Angaben zufolge zwingen, seine Aktivitäten „Ende Februar“ einzustellen. Würde die Finanzierung weiterhin ausgesetzt, „werden wir höchstwahrscheinlich gezwungen sein, unsere Arbeit nicht nur im Gazastreifen, sondern in der gesamten Region bis Ende Februar einzustellen“, sagte UNRWA-Chef Philippe Lazzarini am Donnerstag.

Mehrere Staaten hatten erklärt, ihre Zahlungen an das Hilfswerk zu stoppen. Zu diesen Staaten zählen unter anderem Deutschland, Großbritannien, Japan, Kanada, Neuseeland und die USA.

Gemeinsam mit Jordaniens Außenminister Ayman Safadi appellierte Lazzarini bei einem Besuch in Amman an die Länder, die ihre Hilfe ausgesetzt haben, „ihre Entscheidung zu überdenken“. „Jegliche Kürzung der finanziellen Unterstützung für das Hilfswerk wird das Leiden der Menschen im Gazastreifen, die bereits am Rande einer Massen-Hungersnot stehen, noch verschlimmern“, hieß es in der Erklärung.

UNRWA-Chef Philippe Lazzarini (DPA)

Israels Vernichtungskrieg in Gaza

Israel hatte nach dem 7. Oktober die Versorgung des Gazastreifens mit Wasser, Lebensmitteln, Treibstoff und Strom gestoppt und zugleich massive Luftangriffe gestartet. Anschließend drangen Bodentruppen in den dicht besiedelten Küstenstreifen ein. Humanitäre Hilfslieferungen werden von Israel seitdem behindert. Mehr als eine Million Menschen wurden gezwungen, in den Süden zu flüchten. UN-Organisationen bezeichnen die humanitäre Lage vor Ort als katastrophal.

Nach palästinensischen Angaben wurden in Gaza seit dem 7. Oktober mehr als 26.900 Menschen durch die Angriffe Israels getötet. Die Zahl könnte weit höher sein, da noch viele Tote unter den Trümmern liegen und nicht geborgen werden können.

TRT Deutsch und Agenturen