Taurus-Marschflugkörper / Photo: DPA (dpa)
Folgen

Eine Mehrheit der Deutschen lehnt einer Umfrage zufolge die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine ab. 61 Prozent der Befragten befürworteten laut einer am Donnerstag veröffentlichten Befragung für den ARD-„Deutschlandtrend“ die Haltung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Dieser hatte sich deutlich gegen eine Taurus-Lieferung ausgesprochen. Im Vergleich zum vergangenen August stieg der Anteil der Ablehnenden demnach um neun Prozentpunkte.

Mit Ausnahme von Grünen und FDP sind die Anhänger aller Parteien mehrheitlich gegen die Lieferung. Für eine Taurus-Lieferung sprechen sich aktuell 29 Prozent der Befragten aus. Mit 62 Prozent ist eine wachsende Mehrheit der Bundesbürger dagegen in Sorge, dass Deutschland direkt in den Krieg Russlands gegen die Ukraine hineingezogen werden könnte. Der Wert ist im Vergleich zur Erhebung im Februar um drei Prozentpunkte gestiegen.

Am vergangenen Freitag hatte Russland eine mitgeschnittene Schaltkonferenz von vier ranghohen Offizieren der Bundeswehr, darunter Luftwaffen-Chef Ingo Gerhartz, veröffentlicht. Darin erörterten sie Einsatzszenarien für den deutschen Marschflugkörper Taurus, falls dieser doch noch an die Ukraine geliefert würde. In dem Audiomitschnitt ist auch zu hören, dass es auf politischer Ebene bislang kein grünes Licht für die Lieferung der von Kiew geforderten Marschflugkörper gibt.

Deutschland auf Spionageversuche nicht vorbereitet?

70 Prozent befürchten, dass Deutschland Ziel geheimdienstlicher Aktionen Russlands werden könnte. Dass Deutschland auf Spionageversuche nicht vorbereitet ist, glauben 67 Prozent.

Unverändert offen zeigen sich die Deutschen gegenüber höheren Ausgaben für die Bundeswehr. Mindestens zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung auszugeben und damit das vereinbarte Nato-Ziel zu erreichen, halten 74 Prozent für richtig. Darüber, wie die Ausgaben finanziert werden sollen, herrscht dagegen kaum Einigkeit. 43 Prozent der Befragten bevorzugen Einsparungen in anderen Bereichen, 34 Prozent die Aussetzung der Schuldenbremse. Nur neun Prozent sprechen sich für Steuererhöhungen aus.

Das Institut Infratest dimap befragte von Montag bis Mittwoch für die ARD 1288 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Die Fehlertoleranz wurde mit zwei bis drei Prozentpunkten angegeben.

TRT Deutsch und Agenturen