Die Europäische Allianz der Nachrichtenagenturen (EANA) hat am Donnerstag Ägypten aufgefordert, Mitarbeiter der Nachrichtenagentur Anadolu freizulassen, die bei einer Razzia in ihrem Büro in Kairo festgenommen wurden.

„Der Vorstand der EANA ist der Ansicht, dass die ägyptischen Behörden die inhaftierten Journalisten unverzüglich freilassen und die internationale Öffentlichkeit über die rechtlichen Gründe ihrer ursprünglichen Verhaftung informieren sollten“, sagte die Allianz in einer Erklärung. „EANA steht zu seinem Mitglied, der Agentur Anadolu und seinen Journalisten“, fügte sie hinzu.

Die Erklärung unterstrich auch, dass die Razzia gegen die Grundwerte der Demokratie und des freien Journalismus verstößt. Aus der EANA-Stellungnahme geht weiter hervor: „Daher ist es äußerst verwerflich, sich gegen diese Werte zu bewegen.“

Die EANA Organisation wurde am 21. August 1956 gegründet und hat ihren Sitz in Bern bei der Schweizerischen Depeschenagentur (sda). EANA besteht aus 32 Mitgliedern (Stand 2015). Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) ist maßgebendes Mitglied. Der Präsident der EANA, Peter Kropsch, ist zugleich Geschäftsführer der dpa.

Razzia schadet der Pressefreiheit

Die Vereinigung der Balkan-Nachrichtenagenturen-Südosteuropa (ABNA-SE) schloss sich am Donnerstag der EANA mit einer eigenen Stellungnahme an. In der Erklärung wurde betont, dass die Razzia ein „eklatanter Schritt ist, der der Pressefreiheit und der Gemeinschaft der Journalisten direkt schadet“.

„Wir werden keinen Schritt tolerieren, der unser Recht auf freie Meinungsäußerung und unsere demokratischen Werte direkt bedroht“, heißt es weiter.

Die ägyptische Polizei hat Dienstagnachmittag das Kairoer Büro der Nachrichtenagentur Anadolu durchsucht und vier Mitarbeiter festgenommen. Die Mitarbeiter, darunter ein türkischer Staatsbürger, wurden an einen unbekannten Ort gebracht.

TRT Deutsch und Agenturen