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Die britische Regierung hat erstmals gezielte Sanktionen gegen Einzelpersonen wegen des Vorwurfs der Korruption verhängt. Wie das Außenministerium in London am Montag mitteilte, wurde das Kapital von 22 Menschen eingefroren, denen Korruption in Russland, Südafrika, dem Südsudan und mehreren lateinamerikanischen Ländern vorgeworfen wird. Gegen die Betroffenen wurde auch ein Einreiseverbot verhängt. Die Maßnahmen seien teilweise in Abstimmung mit den USA ergriffen worden, hieß es in der Mitteilung.
Sanktioniert wurden demnach unter anderen 14 Personen, die mit einem 230 Millionen Dollar schweren Steuerbetrug in Russland in Verbindung stehen sollen. Der Fall war von dem Wirtschaftsprüfer Sergej Magnitski aufgedeckt worden, der 2009 in einem Moskauer Gefängnis unter nicht restlos geklärten Umständen zu Tode kam.
Möglich wurden die Sanktionen durch eine kürzlich in Kraft getretene neue Verordnung in Großbritannien. Damit könnten in Zukunft „korrupte Akteure davon abgehalten werden, Großbritannien als Hafen für schmutzige Gelder zu benutzen“, sagte Außenminister Dominic Raab am Montag im Parlament. Bisher sei das für ausländische Investitionen offene Land ein „Honigtopf“ für korrupte Akteure gewesen, so der konservative Politiker. Die Opposition kritisierte jedoch, die Maßnahmen seien bei Weitem noch nicht ausreichend.

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