Manama, die Hauptstadt des arabischen Golfemirats Bahrain.

Israel und Bahrain wollen nach Angaben israelischer Behörden am Sonntag ihre vor kurzem vereinbarten diplomatischen Beziehungen offiziell aufnehmen. Bei einer Zeremonie in der bahrainischen Hauptstadt Manama sollen Vertreter beider Staaten eine „gemeinsame Erklärung“ unterzeichnen, womit die Aufnahme „uneingeschränkter diplomatischer Beziehungen“ markiert werde, sagte ein israelischer Beamter am Sonntag in Manama zu Journalisten. Beide Länder hatten sich im vergangenen Monat unter Vermittlung der USA auf eine Normalisierung ihrer Beziehungen verständigt. Eine US-Delegation wird ebenfalls anwesend sein.

Nach der Unterzeichnung der Erklärung, die für Sonntagabend geplant sei, könnten beide Staaten Botschaften im jeweils anderen Land eröffnen, sagte der Beamte.

An der Spitze der US-Delegation steht Finanzminister Steve Mnuchin, die israelische Delegation wird vom Sicherheitsberater Meir Ben-Schabat angeführt. In Bahrain sind bilaterale Gespräche sowie Treffen von Arbeitsgruppen in Bereichen wie Diplomatie und Flugverkehr, Wirtschaft und Finanzen sowie Kommunikation und Tourismus geplant. Nach israelischen Angaben sollen auch einige Abkommen unterzeichnet werden.

US-Präsident Donald Trump hatte Mitte August persönlich die Einigung zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Israel bekanntgegeben. Im September folgte die Vereinbarung zwischen Israel und Bahrain. Die Normalisierung der Beziehungen Israels mit den arabischen Verbündeten der USA in der Region ist ein zentrales Ziel von Trumps Nahost-Politik, der sich Anfang November der Wiederwahl stellt.

Die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain sind das dritte und vierte arabische Land, die ihre Beziehungen mit Israel normalisieren. Bislang waren Ägypten und Jordanien die einzigen arabischen Länder gewesen, die Beziehungen zu Israel unterhielten.

Die Palästinenser betrachten die Normalisierung der Beziehungen mit Israel als „Dolchstoß“. Sie fürchten, dass ihr Streben nach einem eigenen Staat zunehmend an Unterstützung in der arabischen Welt verliert.

Agenturen