Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan während einem D8-Treffen

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat beim D8-Gipfel für die Idee einer islamischen Großbank geworben. Eine solche Bank würde den Liquiditätsbedarf islamischer Finanzinstitute sowie die Finanzierung von Infrastrukturprojekten decken können, sagte er am Donnerstag.

In seiner Ansprache beim Online-Treffen der Gruppe wiederholte der türkische Staatschef auch seinen Vorstoß für einen erweiterten internationalen Handel über Lokalwährungen. Nachdem er auf dem D8-Gipfel in Istanbul 2017 erstmals den Handel in Lokalwährungen gefordert habe, hätten die Entwicklungen der letzten vier Jahre bewiesen, dass die Idee vertrauenswürdig und solide sei. Der Schritt sei nötig, „um unsere Länder vor Risiken zu schützen, die auf Fremdwährungen basieren“, so Erdoğan.

Insbesondere das D8-Netzwerk für Forschung und Innovation sei äußerst wichtig, da es den Informationsaustausch zwischen Universitäten und anderen Institutionen in Bereichen wie erneuerbare Energien, künstliche Intelligenz, Nanotechnologie und Robotik ermögliche. Er unterstrich, dass sich die D8-Länder im Sinne eines starken, nachhaltigen Wachstums auf eine Produktion mit hoher Wertschöpfung wie im Bereich Spitzentechnologien konzentrieren sollten.

Erdoğan betonte zudem, dass die Mitglieder den D8-Zusammenschluss aktualisieren müssten, um ihn besser an die heutigen Bedürfnisse anzupassen und ihn in eine projekt- und ergebnisorientierte Struktur zu verwandeln.

Freihandelszonen zwischen Mitgliedern

Der iranische Präsident Hassan Rouhani drängte beim Treffen auf die Schaffung einer Freihandelszone zwischen den D8-Mitgliedstaaten, um Handel und Wirtschaft zu stärken.

Die Mitgliedsländer seien dabei, die Grundlagen für einen freien regionalen Handel zu legen und schon bald werde zusammen mit den eurasischen Ländern die erste Freihandelszone errichtet. Die D8-Organisation verfüge über enorme Kapazitäten und Reichtümer wie Humankapital und natürliche Ressourcen, Energiereserven, komplementäre Volkswirtschaften und einen regen Privatsektor, so der iranische Präsident.

Rouhani ging auch auf die zunehmende Islamophobie in der Welt ein. Organisierte islamophobe Bewegungen hätten nicht nur „die erhabenen Werte des Islam“ ins Visier genommen. Die Islamfeindlichkeit habe auch weitreichende wirtschaftliche und entwicklungspolitische Folgen für die muslimischen Länder mit sich gebracht.

Türkei übergibt Ratspräsidentschaft an Bangladesch

Über die Rolle der Türkei während ihrer D8-Präsidentschaft, die am Donnerstag zu Ende ging, sagte Erdoğan, man habe daran gearbeitet, die Organisation zu stärken und die regionale Zusammenarbeit zu verbessern.

Die D8-Präsidentschaft übernimmt nun Bangladesch. Ankara hatte die Position seit 2017 inne.

Die Gründung der D8 wurde offiziell am 15. Juni 1997 in Istanbul bekannt gegeben. Ihr gehören Schwellenländer mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung an: Bangladesch, Ägypten, Nigeria, Indonesien, Iran, Malaysia, Pakistan und die Türkei.

TRT Deutsch