Bangladesch: Zehntausende bei Anti-Frankreich-Demonstration

Zehntausende Menschen sind in Bangladesch aus Protest gegen die Äußerungen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zum Islam auf die Straße gegangen. Mehr als 40.000 Menschen nahmen nach Polizeiangaben an der Demonstration in der Hauptstadt Dhaka am Dienstag teil. Die Protestierenden riefen zum Boykott französischer Waren auf und verbrannten ein Bild Macrons. Die Polizei stoppte den Protestzug, bevor er in die Nähe der französischen Botschaft kam.

Hintergrund sind Aussagen und Aktionen des französischen Präsidenten Emmanuel Macron von Mittwoch. Er hatte sich auf die Seite derjenigen gestellt, die beleidigende Karikaturen des Propheten Mohammed zeigen oder veröffentlichen wollen. Zudem gab Macron das Abbilden der Karikaturen auf einige öffentliche Gebäude in Auftrag.

Frankreich werde nicht „auf Karikaturen und Zeichnungen verzichten, auch wenn andere sich davon zurückziehen“, sagte Macron bei einer Gedenkveranstaltung zum Tod des Lehrers Samuel Paty. Dieser hatte Mohammed-Karikaturen im Unterricht gezeigt und war auf offener Straße von einem 18-jährigen Mann enthauptet worden. Der Verdächtige wurde danach von der Polizei erschossen.

Macron hatte nach dem extremistischen Anschlag auf den Lehrer behauptet, der Islam stecke in einer „Krise“. Er kündigte zudem strengere Kontrollen von Moscheen und anderen muslimischen Einrichtungen an. Die Äußerungen sorgten in der muslimischen Welt für Empörung. In mehreren Ländern gingen am Wochenende hunderte Menschen auf die Straßen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan forderte Macron auf, seinen „Geisteszustand überprüfen zu lassen“ und rief ebenfalls zum Boykott französischer Waren auf. Mehrere EU-Staaten sowie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zeigten sich in dem Konflikt mit Frankreich solidarisch und kritisierten Erdoğans Äußerungen.

TRT Deutsch und Agenturen