Symbolbild: Aserbaidschan schießt russischen Militärhubschrauber über Armenien ab (DPA)

Ein russischer Militärhubschrauber ist von aserbaidschanischen Streitkräften über Armenien abgeschossen worden. Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums starben bei dem Vorfall am Montag unweit der aserbaidschanischen Grenze und der umkämpften Region Berg-Karabach im Südkaukasus zwei Menschen. Das aserbaidschanische Außenministerium entschuldigte sich am Montagabend für den Abschuss und sprach von einem „tragischen Vorfall“. Er sei demnach nicht gegen Moskau gerichtet gewesen. Dem Außenministerium zufolge habe eine Armeeeinheit Aserbaidschans den Helikopterflug als „Provokation der armenischen Seite“ im Konflikt um die Region Berg-Karabach interpretiert. In einer Mitteilung des russischen Verteidigungsministeriums hieß es, der Helikopter des Typs Mi-24 sei gegen 18.30 Uhr Ortszeit (15.30 MEZ) von einem tragbaren Luftabwehr-Raketenwerfer getroffen worden. Ein dritter Mensch sei verletzt und evakuiert worden, hieß es weiter. Der Hubschrauber wurde demnach getroffen, während er eine Fahrzeugkolonne aus einer russischen Militärbasis in Armenien eskortierte. Das Ministerium kündigte Ermittlungen an.

Kämpfe um die strategisch wichtige Stadt Schuscha

Derweil gehen die Kämpfe um die strategisch wichtige Stadt Schuscha in der autonomen Region Berg-Karabach offenbar weiter. Der armenische Regierungschef Nikol Paschinjan hatte am Montag Darstellungen von Aserbaidschan widersprochen, dass aserbaidschanische Streitkräfte die Stadt eingenommen hätten. Die Eroberung der zweitgrößten Stadt in Berg-Karabach wäre ein strategisch und symbolisch wichtiger Erfolg für Aserbaidschan: Schuscha liegt in den Bergen über der Regionalhauptstadt Stepanakert und entlang einer wichtigen Straße, die Berg-Karabach mit Armenien verbindet.

Die von Armenien kontrollierte Region Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion besetzte Armenien das Gebiet und verlagerte Truppen dorthin. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. Armenien setzt auf Russland als Schutzmacht. Moskau hat dort tausende Soldaten und Waffen stationiert. Aserbaidschan hingegen betrachtet die Türkei als engen Verbündeten. Der Konflikt zwischen Armenien und Aserbaidschan um die umstrittene Kaukasus-Region war Ende September wieder voll entbrannt. Seit Beginn der Kämpfe wurden nach offiziellen Angaben beider Konfliktparteien mehr als tausend Menschen getötet.

AFP