Der Kommunikationsdirektor des türkischen Präsidialamts, Fahrettin Altun

Der türkische Kommunikationsdirektor Fahrettin Altun hat die historische Verbundenheit zwischen dem türkischen und armenischen Volk hervorgehoben. Die Türkei strebe keine Feindschaft mit den Armeniern an und stelle sich gegen jeden, der Zwietracht säe, sagte Altun am Dienstag auf einer Online-Konferenz über die Ereignisse von 1915 im Osmanischen Reich.

„Heute sind wir mit einem Narrativ konfrontiert, das versucht, aus der Vergangenheit heraus Feindschaften zu schaffen, indem es die gemeinsame Geschichte des türkischen und des armenischen Volkes verzerrt, die seit Jahrhunderten friedlich zusammengelebt haben. Wir sind gegen dieses Narrativ", sagte Altun.

Der erste Weltkrieg habe rund 38 Millionen Menschenleben gefordert, was auf allen Seiten ein großes Trauma verursacht habe. „Zehntausende Türken und Armeniern verloren ihr Leben als Folge der Konflikte in Ostanatolien“, sagte er.

Grundlage für Verleumdungen

„Inmitten dieser Ereignisse wurden 1915 einige osmanische Bürger armenischer Herkunft in den östlichen Provinzen in syrische Gebiete innerhalb der Grenzen des Osmanischen Reiches umgesiedelt.“ Einige davon hätten zuvor die Bewegungen der Armee erschwert, die Bevölkerung angriffen und Banden beherbergt, die mit Armeen verfeindeter Staaten zusammenarbeiteten.

„Während diese Sicherheitsmaßnahme durchgeführt wurde, kam es leider unter den Bedingungen des Krieges, der mit all seiner Gewalt andauerte, auch zu unerwünschten Ereignissen. Es gab Verluste und Schmerzen, die von Türken und Armeniern erlitten wurden“, so Altun. Diese Ereignisse hätten die Grundlage für die Debatte und Verleumdungen, die bis in unsere Tage überliefert worden seien, geliefert.

„Türkei empfindet einen tiefen Schmerz“

Altun sagte, die Türkei teile den tiefen Schmerz, der während der Umsetzung der 1915 verabschiedeten Umsiedlungsverordnung erlitten worden sei. „Unabhängig von Herkunft, ethnischer Zugehörigkeit, Religion und Konfession wissen wir sehr gut, dass die Menschen in diesen Ländern seit Jahrhunderten als Brüder und Schwestern gelebt haben.“ Altun beklagte die politische Instrumentalisierung der Ereignisse von 1915 unter dem Schlagwort eines vermeintlichen „Völkermordes“, der für „imperialistische Ziele“ missbraucht werde.

„Behauptungen über einen angeblichen armenischen Völkermord sind der Vorläufer des aktuellen Phänomens, das als ‚post-truth‘ bekannt ist. Solche Behauptungen haben nichts mit den Fakten zu tun und basieren ausschließlich auf politischen Überlegungen“, so Altun. Voreingenommene politische Entscheidungen in Parlamenten und Äußerungen ausländischer Staatschefs zu diesem Thema seien für die Türkei nicht glaubwürdig, fügte er hinzu.

TRT Deutsch