Archivbild. WWF kritisiert geringes Engagement deutscher Firmen gegen Entwaldung. (dpa)
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Die Umweltschutzorganisation WWF hat ein zu geringes Engagement deutscher Unternehmen für den globalen Waldschutz kritisiert. Untersucht wurden laut einer Mitteilung des WWF vom Samstag Lieferketten für die Herstellung von Alltagsprodukten wie Margarine, Schokolade, Steak, Creme oder Waschmittel. Dabei seien Defizite bei Transparenz und Nachhaltigkeit festgestellt worden. WWF fordert EU-Gesetz gegen Entwaldung Die genannten Produkte würden aus Agrarrohstoffen hergestellt, „die die EU und Deutschland importieren und für die in anderen Erdteilen intakte Natur in Acker- und Weideflächen umgewandelt werden“, erklärte der WWF. Eine von der Organisation entwickelte „Entwaldungs-Scorecard“ zeige, dass Selbstverpflichtungen für nachhaltige Lieferketten keinen hinreichenden Effekt hätten. Der WWF forderte daher ein EU-Gesetz zum Stopp der Entwaldung und zur Nachverfolgbarkeit von Lieferketten. „Sonst wird intakte Natur in Südamerika, Asien und Afrika weiterhin für unseren hiesigen Konsum umgewandelt“, warnte die WWF-Expertin für Agrarrohstoffe Maja-Catrin Riecher. Die Entwaldungs-Scorecard des WWF untersucht anhand der Risikostoffe Palmöl, Soja, Kakao und Rind-Erzeugnisse, ob deutsche Unternehmen den Schutz vor Waldzerstörung in ihre Lieferketten integriert haben. 15 von 27 angefragten Unternehmen beteiligten sich der Organisation zufolge an der Untersuchung. Discounter Lidl mit vorbildlichem Score Ein Bekenntnis zu entwaldungsfreien Lieferketten gibt es laut WWF bei Lidl, Beiersdorf, Kaufland und Metro. Davon habe aber nur Lidl tatsächlich alle relevanten Rohstoffe und Lieferketten im Blick. Die besten Ergebnisse bei der Scorecard hätten Lidl, Beiersdorf, die PHW-Gruppe, Aldi Nord und Süd sowie Kaufland erzielt. Metro und Edeka lagen im Mittelfeld. Relativ schlecht schnitten dm und Tönnies ab. Die höchste Sensibilität sei bei Palmöl festzustellen gewesen, was der WWF auf zahlreiche Naturschutzkampagnen zu diesem Thema zurückführt. Bei Soja und Kakao habe dagegen nur eines der beteiligten Unternehmen nachverfolgbare Lieferketten, auch bei Rindfleisch-Erzeugnissen sei die Nachverfolgbarkeit eher gering. Skeptisch äußerte sich der WWF zu den Unternehmen, die sich nicht beteiligten. „Unter dieser stillen Gruppe mag es einzelne Engagierte geben, doch die meisten hoffen wohl eher mit Passivität und Intransparenz davonzukommen“, erklärte Riecher.

AFP