Symbolbild:  Eine weibliche Teilnehmerin trägt bei einer Veranstaltung der NPD ein T-Shirt mit der Aufschrift „Nazi Braut“.

Die Zahl antisemitischer Vorfälle in Bayern ist im vergangenen Jahr nach Angaben der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus (RIAS) von 178 im Jahr 2019 auf 239 gestiegen. Besonders groß war der Anstieg bei Fällen mit einem verschwörungsideologischen Hintergrund, wie RIAS-Bayern-Leiterin
Annette Seidel-Arpaci am Montag bei der Vorstellung ihres Jahresberichts 2020 in München erklärte. Durch die Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen habe sich Antisemitismus weit häufiger in der Öffentlichkeit geäußert als im Jahr 2019. 108 Vorfälle hätten einen Bezug zur Corona-Pandemie.

Standen im Jahr 2019 antisemitische Vorfälle mit einem rechtsextremen oder rechtspopulistischen Hintergrund noch an erster Stelle, sind nun mit 33 Prozent Vorfälle mit einem verschwörungsideologischen Hintergrund der Spitzenreiter, wie es hieß. Antisemitismus sei als verbindendes Element der verschwörungsideologischen Szene zu betrachten, in der sich Menschen aller politischer Couleur zusammenfänden, sagte Seidel-Arpaci weiter.

RIAS Bayern dokumentierte insgesamt einen Angriff, zehn Bedrohungen, 13 gezielte Sachbeschädigungen, 27 Massenzuschriften und 188 Fälle von übergriffigem Verhalten. RIAS Bayern existiert seit 2019, befindet sich in der Trägerschaft des Vereins für Aufklärung
und Demokratie e. V. (VAD) und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gefördert. Mehr dazu: Bayerns Antisemitismusbeauftragter für staatliche Ausbildung von Imamen

Quelle: epd

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