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Ein Berliner Polizeibeamter und ehemaliger Rechtsextremismus-Ermittler steht nach einem Angriff auf einen Ausländer wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht. Er soll am 5. April 2017 mit zwei Mittätern einen damals 26-jährigen Afghanen rassistisch beleidigt und verprügelt haben. Darüber berichteten der „rbb“ und die „Berliner Morgenpost“ am Mittwoch. Demnach war er bis 2016 Mitglied der „Ermittlungsgruppe Rechtsextremismus“, die für die Aufklärung der Anschlagsserie in Berlin-Neukölln beauftragt ist.

Die Tat soll sich nach einem Fußballspiel am S-Bahnhof Karlshorst ereignet haben. Der polizeiliche Staatsschutz habe danach wegen „Angriff und Beleidigung mit fremdenfeindlichem Hintergrund“ die Ermittlungen aufgenommen. Die rassistischen Beleidigungen wurden jedoch aus bisher ungeklärten Gründen von der Staatsanwaltschaft nicht zur Anklage gebracht.

Der Polizeibeamte K. blieb weiter im Dienst. Die eingeleiteten Disziplinar- und Strafverfahren waren zunächst eingestellt worden – weil sich das Opfer zweitweise nicht mehr in Deutschland befand. Im Januar 2020 war das Gerichtsverfahren wieder aufgenommen worden. Doch das Opfer ist vergangenen März abgeschoben worden - noch vor dem Gerichtsurteil.

Die Sozialarbeiterin Christiane Schrott erzählte gegenüber dem „rbb“, dass sie mit dem Polizeibeamten K. mehrfach Informationen über die rechtsextreme Szene im Bezirk ausgetauscht habe. Die Ermittlungen in über 70 Fällen von rechtsextremistischer Gewalt in Neukölln hätten bis heute keine Ergebnisse geliefert. Sie vermutet einen Zusammenhang zu den rechtsextremistischen Tendenzen bei der Berliner Polizei.

Thilo Cablitz, Pressesprecher der Berliner Polizei, habe sich in einer Anfrage nicht zu den Details äußern wollen – „aus Persönlichkeits- und datenschutzrechtlichen Gründen“. Doch der Verdacht wiege schwer.