Symbolbild: Eine Frau mit Kopftuch. (Getty Images)

Für einen erneuten Skandal im Zusammenhang mit der Diskriminierung muslimischer Frauen sorgt in Duisburg das Fitnessstudio des Vereins „BSF Hamborn 07 top-fit e. V.“ im Stadtteil Marxloh. Wie mehrere Medien vor einigen Tagen berichteten, wurde einer Mutter der Eintritt in die Vereinsräumlichkeiten verwehrt, als diese ihr Kind zum Mutter-Kind-Turnen anmelden wollte. Der Grund: Sie ist Muslima und trägt Kopftuch.

Staatsschutz ermittelt gegen Mitarbeiterin

Bereits 2014 und 2017 hatte es ähnliche Eklats gegeben, als man unter Verweis auf die „weltanschauliche und religiöse Neutralität“, der sich der Verein verpflichtet fühle, muslimischen Frauen den Zutritt verwehrt hatte. In einem Fall wollte die 29-jährige Betroffene nicht einmal selbst an irgendeinem Angebot teilnehmen, sondern lediglich ihre Kinder zu einem Tanzkurs anmelden.

Das Fitnessstudio befindet sich im Stadtteil Marxloh, der einen sogenannten nichtdeutschen Bevölkerungsanteil von etwa 50 Prozent aufweist – die meisten davon Muslime. Menschen mit religiöser Kleidung gehören dort seit Jahr und Tag zur Normalität im Stadtbild.

Die nunmehr betroffene muslimische Mutter hat Anzeige gegen Verantwortliche des Studios wegen des Verdachts auf rassistisch motivierte Diskriminierung erstattet. Wie der „BSF top-fit“ selbst bestätigt, ermittelt derzeit der Staatsschutz gegen eine Mitarbeiterin. Die „zwischenzeitlich eingetretene Akzeptanz unserer weltanschaulichen Neutralität“ sei als rassistisches Verhalten zur Anzeige gebracht worden.

Verein sieht sich als Opfer

In einem Schreiben an „alle Eltern und Erziehungsberechtigten unserer minderjährigen Mitglieder*Innen“ stellt sich der Verein seinerseits nun als Opfer „nicht satzungskonformer religiös motivierter Forderungen“ und von „ungerechtfertigten Ansprüchen aus der Elternschaft“ dar.

Aufgrund der teils heftigen Reaktionen, die das Vorgehen in Foren und sozialen Medien nach sich gezogen hat, und „weil die vorgenannten Schwierigkeiten […] auch künftig nicht auszuschließen sind“, stellt der Verein sein Programm „Kids-Sport“ zum 30. November ein.

TRT Deutsch