Archivbild. 30.03.2021, Baden-Württemberg, Pforzheim: Nicola Buhlinger-Göpfarth (r), Fachärztin für Allgemeinmedizin, impft in ihrer Praxis eine Patientin gegen das Coronavirus. (DPA)
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Rund 90 Mal soll sich ein 60-Jähriger aus Magdeburg seit Sommer 2021 in sächsischen Impfzentren gegen Corona haben impfen lassen. Er steht unter dem Verdacht, Impfausweise gefälscht und dann an Dritte weiterverkauft zu haben. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen unbefugten Ausstellens von Impfausweisen und Urkundenfälschung, wie eine Sprecherin der Polizeidirektion am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur sagte. Im Impfzentrum Eilenburg war Anfang März Schluss. „Es gab Ungereimtheiten, er war schon am Vortag zum Impfen dort.“ Bei ihm wurden mehrere Blanko-Impfausweise und seine Krankenkarte sichergestellt sowie ein Strafverfahren eingeleitet. „Er wurde aber nicht festgenommen.“
Erstmals aufgefallen war der Mann kurz zuvor im Impfzentrum Dresden, sagte ein Sprecher des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) am Samstag auf Anfrage. „Wir haben das beobachtet, die anderen Impfzentren informiert und sie aufgefordert, die Polizei zu rufen, wenn er auftaucht.“ Der Mann habe sich dabei immer mit richtigem Namen und Daten registriert. Laut Polizei hat er verschiedene Impfstoffe bekommen.
Die Chemnitzer „Freie Presse“ hatte am vergangenen Freitag berichtet, dass sich der Massen-Impfling an manchen Tagen bis zu drei Spritzen geben ließ. Er sei jeweils mit neuem Blanko-Impfpass in verschiedenen Impfzentren aufgetaucht. Die Außenseiten der echten Pässe, auf denen der Patientenname steht, sollten jedes Mal nach der Spritze durch ein weiteres Blanko-Dokument ersetzt und der so gefälschte Impfpass mit den echten Chargennummern der Dosen an Impfgegner verkauft worden sein. Zur Vorgehensweise des Mannes machte die Leipziger Polizei keine Angaben. Auch Erkenntnisse über Ermittlungen gegen den Massen-Impfling in anderen Bundesländern gebe es nicht, sagte die Sprecherin.

DPA