Symbolbild. Sachsen, Dresden: Friseurmeister Holger Knievel (l) schneidet Wolfgang „Wolle“ Förster während eines Presse-Termins in seinem Salon kurz nach Mitternacht die Haare und trägt dabei einen Mundschutz und ein Visier. (DPA)

In Österreichs Hauptstadt Wien dürfen bald nur noch Genesene und gegen das Coronavirus geimpfte Menschen Lokale und Friseure besuchen. Diese 2G-Regel solle ab Ende nächster Woche gelten, sagte Wiens Bürgermeister Michael Ludwig am Donnerstag. Außerdem gelte diese Vorgabe für Zusammenkünfte ab 25 Personen.
Die Pandemie-Prognosen ließen Schlimmes befürchten, so Ludwig. Daher wolle man Eltern auch ermöglich, dass sie ihre fünf- bis zwölfjährigen Kinder impfen lassen können. Bislang sind Impfungen in Österreich erst ab 12 Jahren vorgesehen.

Konkret bedeutet das für die Wiener: Ab 12. November können sie ohne Impfung keinen Friseur, Masseur oder Fußpfleger besuchen. Auch Kosmetikstudios bleiben ein Tabu für Ungeimpfte. Ebenso heißt es in Restaurants, Gasthäusern und Fast-Food-Filialen für alle Ungeimpften: Wir müssen draußen bleiben.

Genaue Regelung für Weihnachtsmärkte noch offen

Besonders treffen dürfte die Wiener auch die Bedeutung der Regelung bezüglich der beliebten Weihnachtsmärkte. Ohne Impfung wird auch hier ein Besuch wohl nicht möglich sein – eine genaue Regelung ist allerdings noch nicht getroffen worden. Ebenfalls betroffen wird der „Wiener Eistraum“, der Eislaufplatz vor dem Rathaus, sein.

Im Vergleich zu den neun Bundesländern ist die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner in Wien mit rund 300 deutlich geringer als der österreichweite Durchschnitt von etwa 478. Damit prescht die Hauptstadt mit schärferen Corona-Maßnahmen vor, bevor die konservativ-grüne Bundesregierung am Freitagabend mit den Landeshauptleuten über die weitere Vorgehensweise berät.
Eine landesweite Vereinheitlichung der derzeit unterschiedlichen Corona-Maßnahmen in den einzelnen Bundesländern soll laut Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein (Grüne) auf der Agenda sein. Ludwig spricht sich für einheitlich schärfere Regeln aus.
Derzeit gilt in Österreich ein Fünf-Stufen-Plan, der sich an der Auslastung der Intensivstationen orientiert. Nach dem Stufenplan der Bundesregierung würde die 2G-Pflicht landesweit umgesetzt, wenn die Intensivstationen zu einem Viertel ausgelastet wären. Gesundheitsminister Mückstein geht davon aus, dass am Montag die Schwelle einer 20-prozentigen Auslastung erreicht wird. Mehr zum Thema: Österreich: Jetzt kommt die 3G-Regel am Arbeitsplatz – und beim Skifahren

TRT Deutsch und Agenturen