Griechenland verweigert LKW-Fahrern aus Türkei Visum (AA)
Folgen

Griechenland hat in den vergangenen Tagen türkische LKW-Unternehmen an der Einreise in den Schengen-Raum gehindert. Fast alle Visaanträge der LKW-Fahrer seien unbegründet abgelehnt worden, teilte der türkische Verband für Transport und Logistik (UND) mit. Die Transportunternehmen seien nun die Leidtragenden der politischen Spannungen zwischen den beiden Ländern. Die Exportsendungen in die EU seien nun gefährdet, berichtete die türkische Nachrichtenagentur Anadolu (AA). UND-Verantwortliche forderten die türkische Regierung auf, Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

Griechenland habe die Beantragung von Visa für LKW-Fahrer mit 20 verschiedenen Dokumenten, einschließlich der Einladung der griechischen Polizei, grundlos abgelehnt, teilte der UND-Leiter Fatih Şener mit. Ohne die politischen Spannungen mit der Türkei wäre dies nicht geschehen. Obwohl es keine Rechtsgrundlage für das Einreiseverbot gebe, versuche Griechenland die Geschäftsbeziehungen zu behindern. Der Handel zwischen den EU-Ländern und der Türkei soll damit blockiert werden, sagte Şener.

Sämtliche Anträge diese Woche abgelehnt

Griechenland mache sich über den Widerspruch der Visa-Ablehnung lustig und fordere die Fahrer auf, einen neuen Antrag zu stellen. Jeder Antrag koste aber 120 Euro. Es gebe Fälle, bei denen dreimal hintereinander der Antrag abgelehnt worden sei. Die Branche sei nicht in der Lage, wegen der Visa-Ablehnung den Geschäften nachzugehen. Einem Fahrer, der regelmäßig in das EU-Hoheitsgebiet geliefert habe und wieder zurückgekehrt sei, sei ebenfalls das Visum verwehrt worden. Das sei ein Schlag für den türkischen Außenhandel, fügte Şener hinzu.

Griechenland verweigert LKW-Fahrern aus Türkei Visum (AA)

So sei auch ein Fahrer an der Durchfahrt gehindert worden, obwohl er ein gültiges Schengen-Visum aus einem anderen Land habe vorweisen können. 2021 seien mehr als die Hälfte der Visaanträge von LKW-Fahrern von den Behörden abgelehnt worden. Laut Anadolu wurde auch denjenigen Fahrern, die für griechische Unternehmen transportierten, das Visum verweigert. Ebenso seien Fahrer davon betroffen gewesen, die rund zehn Jahre lang für ein griechisches Unternehmen arbeiteten. Bei den meisten genehmigten Visaanträgen handele es sich um Visa für Kurzaufenthalte. UND-Leiter: Mit Gegenmaßnahmen reagieren Dieses Unrecht müsse ein Ende haben, damit türkische und griechische Fahrer ihre Transportaktivitäten unter gleichen Wettbewerbsbedingungen fortsetzen könnten. Der einzige Weg sei, gleichermaßen zu verfahren, sagte Şener. Griechenland verlange 20 verschiedene Dokumente von türkischen Fahrern – während die Türkei Visumanträge von neun Seiten akzeptiere. Die Türkei solle ebenfalls umfangreichere Unterlagen verlangen, verlangte der UND-Sprecher. Aus den gleichen Gründen solle die Türkei die Visaanträge der Griechen ablehnen. Türkischen Fahrern gewähre Griechenland nur Visa von bis zu 15 Tagen, obwohl es nur die Sechs-Monate- oder maximal 90-Tage-Visaregel gibt. Auch die Türkei müsse griechischen Fahrern Kurzzeitvisa von bis zu 15 Tagen erteilen.

TRT Deutsch