Das erste Freitaggebet in der neuen Athener Moschee.

Nach einer 14-jährigen Planungs- und Bauphase ist die Athener Moschee in Griechenland am Montag eröffnet worden.

Der Bau der Athener Moschee war erstmals im Jahr 2006 beschlossen worden, wurde dann aber aufgrund von rechtlichen Hindernissen und Protesten griechischer Rechtsextremisten um zehn Jahre verschoben. Im August 2016 gab das griechische Parlament schließlich grünes Licht für den Baubeginn. Die 850 Quadratmeter große Moschee ohne Minarett entstand auf einem ungenutzten Grundstück der Marine im Athener Stadtteil Votanikos und bietet Platz für 350 Personen.

Am Freitag nahmen die Muslime am ersten Freitagsgebet in der neuen Moschee teil. Wegen der anhaltenden Corona-Pandemie wurde das Gebet auf neun Männer und drei Frauen beschränkt. Die Predigt, in der die Bedeutung von Moscheen als soziale Zentren hervorgehoben wurde, wurde auf Griechisch abgehalten.

Das Innere der neuen Athener Moschee. AA

Die Verwaltung der Moschee wird einem siebenköpfigen Vorstand übertragen, der sich aus zwei Regierungsbeamten der Ministerien für Bildung und Finanzen, zwei städtischen Angestellten, einem Richter am Obersten Gerichtshof sowie zwei Vertretern der muslimischen Gemeinschaften zusammensetzt. Mohammed Zaki, ein 49-jähriger Grieche mit marokkanischen Wurzeln, ist der erste Imam der neuen Moschee

Die Athener Moschee ist die erste Neubau-Moschee seit der griechischen Staatsgründung und die einzige Moschee in der Hauptstadt. Bisher war die griechische Metropole – in der 200.000 bis 300.000 Muslime leben – die einzige Hauptstadt in ganz Europa, in der es keine offizielle Moschee gab. Alte Moscheebauten aus osmanischer Zeit bestehen zwar, wurden aber wie die Athener Fethiye- oder die Cizderiye-Moschee profaniert und dürfen seither nicht als Moschee genutzt werden.

TRT Deutsch