EU-Finanzkomissarin Mairead McGuinness

Die neue EU-Finanzkommissarin Mairead McGuinness hat vor Zahlungsdiensten aus den USA und China gewarnt. Konkret nannte sie unter anderem Google Pay, Apple Pay, Alipay und WeChat Pay.

„Wer die Zahlungssysteme kontrolliert, kontrolliert zunehmend unsere modernen, hoch digitalisierten Volkswirtschaften“, sagte McGuinness am Freitag in einer virtuellen Bundesbank-Konferenz zur Zukunft des europäischen Zahlungsverkehrs, wie „Heise Online“ am Sonntag berichtete.

Zahlungsdienste seien mittlerweile eine „Goldgrube für Daten“. Es sei deshalb äußerst gefährlich, dass die in der EU verbreiteten Dienste nicht aus Europa stammen. „Jeder, der Zugang zu diesen Daten hat, weiß sehr viel über unseren Geschmack, unsere Vermögensverhältnisse und unsere Gewohnheiten“, erklärte die EU-Finanzkommissarin.

Insbesondere Unternehmen, „die oft zu den größten der Welt gehören und die von Daten leben“, interessierten sich immer mehr für Zahlungen und konkurrierten inzwischen sogar mit klassischen Banken.

McGuinness forderte deshalb schärfere Kontrollen. Für Bezahl-Apps und Zahlungsdienstleister müssten die gleichen Wettbewerbsbedingungen und Regulierungen gelten. Konzerne, die in den Zahlungsverkehrsmarkt einsteigen, müssten „dem gleichen Regulierungs- und Aufsichtsniveau unterworfen werden“. Gleichzeitig forderte die Finanzkommissarin, die „fragmentierte europäische Realität“ von Diensten, die sich innerhalb der Union nicht grenzüberschreitend nutzen ließen, müsse sich ändern.

Um diesen Markt nicht nur außereuropäischen Unternehmen zu überlassen, sei ein Angebot an modernen Zahlungslösungen nötig. Diese sollen sich auf eine „sichere, effiziente und zugängliche Infrastruktur“ stützen. Außerdem sei es nötig, dass Bürger und Unternehmen europäische Zahlungsmittel in der gesamten EU nutzen könnten. Anschließend benötigten diese Alternativen eine globale Reichweite, um mit den außereuropäischen Dienstleistern konkurrieren zu können, so McGuinness.

TRT Deutsch