Am 3. November findet die US-Präsidentschaftswahl statt. Vor diesem Hintergrund versuchen Influencer, ihre jungen Follower mit Gewinnspielen für die Stimmabgabe zu motivieren. false

Am 3. November ist es soweit! Dann wird in den USA gewählt. Die Republikaner werden von dem jetzigen Präsidenten Donald Trump und die Demokraten von Joe Biden vertreten. Doch wie motiviert man Bürger während einer Pandemie zur Stimmabgabe? In diesem Jahr scheinen das vor allem Influencer in die Hand genommen zu haben. Nicht nur berühmte Personen versuchen, mit Beiträgen für die Wahl zu mobilisieren: Insbesondere Influencer versuchen mit verschiedenen Verlosungen speziell Jugendliche, die das erste Mal wählen dürfen, für die Stimmabgabe anzuspornen.

Seit Jahrzehnten liegt die Wahlbeteiligung in den USA bei rund 50 Prozent. Vor allem junge Wähler der Generation Z lassen sich nur schwer dazu motivieren, zu den Wahlurnen zu gehen. Bisher war die Briefwahl in den USA für viele kein großes Thema. Doch das könnte sich nun ändern. Die seit der letzten Präsidentenwahl neu hinzugekommenen Wahlberechtigten machen ca. 15 Millionen aus. Das ist eine beträchtliche Zahl.

Erwartung der Generation Z

Wenn man sich die aktuelle Stimmung vor Augen hält, merkt man sofort, dass die Generation Z nicht sonderlich viel Interesse an der Wahl zeigt. Nun möchte man aber ausgerechnet diese „frischen“ Wähler dazu bringen, sich an der Wahl zu beteiligen. Um das hinzubekommen, muss man den richtigen Nerv dieser digitalen Generation treffen können. Das bekommen Instagram-Influencer hin, indem sie junge Follower politisch informieren und sie mit verschiedenen Gewinnspielen motivieren.

Je teurer das Geschenk, desto mehr Beteiligung

Verlosungen sind heutzutage eine sehr oft genutzte Werbekampagne für Unternehmen, um Menschen nach ihren Wünschen ausrichten zu können. Auch Influencer greifen darauf zurück. So hat kürzlich ein Instagram-Influencer, der mehrere Elektroautos besitzt, eine Verlosung gestartet, in der er unter seinen jungen Followern, die wählen gehen und ihm einen entsprechenden Wahlzettel vorweisen, eins seiner Elektroautos verlost.

Diese Kampagne kann auf der einen Seite als ein Mittel zur Mobilisierung von junge Menschen für Wahlen betrachtet werden, auf der anderen Seite sollte man sich jedoch die Frage stellen, ob man mit solchen Verlosungen das politische Bewusstsein der Generation Z erreicht.

Politisches Bewusstsein mit politischem Content

Es gibt aber auch zahlreiche Influencer, die bewusst gesellschaftliche Probleme ansprechen. Besonders über Themen wie alleinerziehende Eltern, Rassismus und Klimaschutz wird oft debattiert. Alleinerziehende Influencer beispielsweise versuchen, mit Fotos oder Videos aus ihrem Alltagsleben ihre eigenen Probleme und Sorgen zu veranschaulichen. Dadurch können sich die Follower ein Bild von der Lage machen, in der sie sich nicht im Moment aber dafür vielleicht in Zukunft befinden werden. Auch Influencer, die oftmals selbst Rassismus zu spüren bekommen, versuchen ihre Probleme öffentlich zu machen.

Gesellschaftliches Bewusstsein durch öffentliches Posting

Natürlich ist es schwer, sich in die Lage des anderen zu versetzten, wenn man selbst nicht mit denselben Problemen konfrontiert ist. Aber durch die Veranschaulichung und durch das öffentliche Teilen der Probleme auf sozialen Medien wird ein gesellschaftliches Bewusstsein erzeugt – ob gut oder schlecht. Hier sollte auch gar nicht das Ziel gesetzt werden, die Gesellschaft positiv oder negativ zu beeinflussen. Vielmehr sollte die Gesellschaft sachlich über Probleme informiert werden, die in der Politik zu wenig Beachtung finden.

Eine sehr gute Alternative

Solange Influencer unabhängig von Unternehmen, Kooperationspartnern oder politischen Akteuren eine Kampagne starten, um die Generation Z für die Wahlen zu mobilisieren, ist dies eine sehr gute Methode, um das politische Bewusstsein zu schulen. Kritisch wird es erst dann, wenn Influencer von Unternehmen für kommerzielle Ziele missbraucht werden.

Nichtsdestotrotz werden wir spätestens am 4. November sehen, ob Verlosungen und Instagram-Beiträge „frische“ Wähler mobilisieren konnten.

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