Die Hagia-Sophia-Moschee

Das Erhalten und Restaurieren von historischen Bauwerken ist ein schwierige Aufgabe – so auch bei der Hagia Sophia. Istanbuls Provinzdirektor für Kultur und Tourismus, Coşkun Yılmaz,hat am Sonntag mit der Nachrichtenagentur Anadolu über die Restaurierung des Wahrzeichens der Stadt gesprochen. Er versicherte, dass dabei moderne Techniken zum Einsatz kommen, die „Vorbild für die Welt“ seien.

Yılmaz erklärte, dass die Hagia Sophia inzwischen eine 1500-jährige Geschichte aufweise. Neben politischen, sozialen sowie kulturellen Zerwürfnissen und Naturkatastrophen hätten auch die natürliche Witterung und Alterung ihre Spuren an dem Bauwerk hinterlassen.

Yılmaz erinnerte an historische Ereignisse, bei denen das Bauwerk schweren Schaden genommen habe. So sei die Hagia Sophia während der Nika-Austände im 6. Jahrhundert niedergebrannt worden und habe unter der „lateinischen Invasion“ im 13. Jahrhundert gelitten.

Die türkischen Herrscher hätten sich mindestens so gut wie ihre römischen Vorgänger um das Wahrzeichen gekümmert, unterstrich der Direktor. Die grundlegenden Arbeiten seien vom osmanischen Architekturgenie Mimar Sinan getätigt worden. „In der Tat wurden die Unterstützungs-, Wartungs- und Reparaturarbeiten, die die Hagia Sophia vom 16. Jahrhundert bis zum heutigen Tag getragen haben und sie auch in die nächsten Jahrhunderte führen werden, von Mimar Sinan durchgeführt.“

Die Hagia-Sophia-Restaurierung könne ein „Vorbild für die Welt" sein, so der Istanbuler Kulturdirektor Dr. Coşkun Yılmaz AA

Zeitgenössische Architekten seien sich einig, dass ohne die Reparaturarbeiten unter Mimar Sinans Aufsicht, die Menschen heute nur noch über die Ruinen der Hagia Sophia sprechen würden. Dessen Arbeit sei jedoch nicht nur mit der Instandhaltung des Gebäudes begrenzt gewesen. Wesentliche Merkmale der Moschee stammten von Sinan selber und seien Ergänzungen zum ursprünglichen Bauwerk. „Aus diesem Grund kann man sich wohl auch auf Mimar Sinan als einen der Architekten der Hagia Sophia beziehen“, so Yılmaz.

Die aktuellen Restaurierungsarbeiten in der Hagia Sophia verglich er mit dem Ausgraben eines Brunnens mithilfe einer Nadel als Werkzeug – es sei genauso anstrengend. Oft sei es notwendig, drei bis fünf verschiedene Methoden auszuprobieren, um etwas Marmor im Bauwerks zu reparieren. „Es mag Ihnen seltsam vorkommen, aber selbst ein Stück Marmor, das so klein wie ein Stecknadelkopf ist, wird analysiert und fotografiert.“ Millimetergenaue Berechnungen und Zeichnungen seien für jede noch so kleine Verstärkung oder einen Ersatz notwendig. Das dauere dann selbst bei solchen kleinen Arbeiten ein bis eineinhalb Monate.

Die Hagia Sophia und ihre Restaurierung zeigten der Welt ein „beispielhaftes System, ein Modell und eine Struktur“, wie man das kulturelle Erbe verschiedener Glaubensrichtungen und Zivilisationen schützen könne, so Yılmaz.

TRT Deutsch