Entwicklungsminister: Sommerferien am Mittelmeer möglich
Ungeachtet der globalen Krisenstimmung hält der Bundesentwicklungsminister Urlaubsreisen im Sommer für möglich. Diese könnten im Mittelmeer einschließlich Nordafrika stattfinden – vorausgesetzt seien funktionierende Hygiene-Konzepte.
Berlin: Eine Passantin mit Mund-Nasenschutz geht an einem Reisebüro vorbei. Der Betreiber hat den Hinweis „Bleiben Sie gesund! Der nächste Urlaub kommt bestimmt“ im Schaufenster hängen. (DPA)

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hält trotz der Coronavirus-Pandemie Urlaubsreisen von Bundesbürgern in diesem Sommer in den Mittelmeerraum für denkbar.

Er glaube, dass es „eine Chance“ auf Ferien am Mittelmeer einschließlich Nordafrika gebe, sagte Müller den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Dienstag. Voraussetzung dafür sei, dass es in diesen Ländern funktionierende Hygiene-Konzepte nach europäischen Standards gebe.

Müller unterstrich die Bedeutung des Tourismus für die Stabilität von Staaten in Nordafrika. In Tunesien, Marokko oder Ägypten sei das Reisegeschäft „einer der tragenden Wirtschaftszweige“, sagte er.

Die Bundesregierung warnt derzeit wegen der Corona-Krise grundsätzlich vor Auslandsreisen. Entsprechend zurückhaltend hatte am Montag ein Sprecher des Innenministeriums auf Aussagen aus Österreich reagiert, wonach sich die Regierung in Wien unter bestimmten Bedingungen eine Öffnung der Grenzen für Sommerurlauber aus Deutschland vorstellen kann.

Die Reisebranche steht wegen der Corona-Pandemie weltweit unter Druck. Länder wie Griechenland, wo der Tourismus knapp ein Drittel der Wirtschaft ausmacht, fürchten den Verlust Zehntausender Arbeitsplätze. In Deutschland fordert die Branche Soforthilfe. Rund 70.000 Hotel- und Gastronomie-Betriebe stünden vor der Insolvenz.

DPA