08.02.2019, USA, New York: Das Logo der Citigroup erscheint über einem Handelsposten auf dem Parkett der New York Stock Exchange.

Die Citigroup hat einen Rechtsstreit um die Rückerstattung einer halben Milliarde Dollar verloren, die der Finanzriese versehentlich überwiesen hatte. Der zuständige Richter Jesse Furman entschied am Dienstag (Ortszeit) in New York, dass die Empfänger des Geldes der US-Großbank einen Betrag von rund 500 Millionen US-Dollar (413 Mio Euro) nicht zurückzahlen müssen. Die Citigroup kündigte umgehend Berufung gegen das Urteil an.
Der Fall sorgte im vergangenen August für Aufsehen: Die Citigroup hatte im Auftrag des Kosmetikherstellers Revlon versehentlich einen eigentlich erst 2023 fälligen Kredit von knapp 900 Millionen Dollar bei Gläubigern - Hedgefonds und anderen professionellen Investoren - vollständig zurückgezahlt. Dabei hätte nur eine Zinszahlung von 7,8 Millionen Dollar angestanden. Die Bank machte menschliches Versagen für das Missgeschick verantwortlich und forderte Rückerstattung.
Da nur ein Teil der Kreditgeber das Geld freiwillig wieder rausrückte, kam es zum Rechtsstreit. Richter Furman begründete sein Urteil damit, dass es irrational sei, bei einem hoch entwickelten Finanzkonzern wie der Citigroup von einer fehlerhaften Überweisung in dieser Größenordnung auszugehen. Die entscheidende Frage bei dem Prozess war, ob die Gläubiger hätten annehmen müssen, dass die frühzeitige Rückzahlung von Kredit und Zinsen unbeabsichtigt war.
Die Citigroup will das Urteil allerdings nicht hinnehmen. Eine Sprecherin erklärte, die Bank sei damit überhaupt nicht einverstanden und beabsichtige, Berufung einzulegen. „Wir glauben, dass uns das Geld zusteht und werden weiter eine komplette Rückerstattung verfolgen.“ Eine weitere Möglichkeit, zumindest den finanziellen Schaden zu begrenzen, könnte der Versuch sein, die Mittel bei Revlon zurückzuholen. Denn die Fehlüberweisung erfolgte von Citis eigenen Konten aus. Das dürfte jedoch zu noch mehr rechtlichem Ärger führen.

DPA