Jeder zweite Internetnutzer in Deutschland kann sich künftig seine Post anschauen, bevor sie im Briefkasten liegt: Die E-Mail-Anbieter GMX und Web.de starten in Zusammenarbeit mit der Deutschen Post am Montag diesen neuen Service. Registrierte Nutzer bekommen eine Benachrichtigungs-Mail, im Anhang wird ein Foto des Briefumschlags mitgesendet, wie die Unternehmen mitteilten. Ab 2021 sollen Kunden auch eine Kopie des Briefinhalts vorab per Mail erhalten können.

Der Service ist kostenfrei und kann ab Montag von den rund 34 Millionen Nutzern der beiden Mail-Anbieter direkt in den Einstellungen des eigenen E-Mail-Kontos aktiviert werden, wie die Unternehmen mitteilten.

„Mit der Briefankündigung führen wir E-Mail- und Brief-Verkehr in einem Postfach zusammen, was vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung der Kommunikation ein wegweisender Schritt ist“, erklärte Jan Oetjen, Geschäftsführer von GMX und Web.de.

Das E-Mail-Postfach sei bereits heute „die zentrale Schaltstelle für die Online-Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden“, hier gingen Bestell- und Versandbestätigungen, Rechnungen oder Vertragsunterlagen ein. „Künftig wird der Nutzer die Möglichkeit haben, alle relevanten Informationen von Unternehmen und auch Behörden übersichtlich an einem Ort zu organisieren und zu archivieren“, erklärte Oetjen.

Der Konzernvorstand Post & Paket Deutschland der Unternehmensgruppe Deutsche Post DHL, Tobias Meyer, betonte, mit dem „weltweit einmaligen“ Service werde der Briefempfang für die Kunden „noch bequemer und flexibler“. Sie erhielten damit auch mehr Transparenz über die Zustellqualitäten der Deutschen Post.

Wer die Briefankündigung nutzen will, muss dem neuen Service ausdrücklich einwilligen: Nutzer klicken auf den Menüpunkt „Briefankündigung“ und geben ihre Postadresse an. Zur Verifizierung versendet die Deutsche Post anschließend einen Brief mit einem Bestätigungscode an diese Adresse. Durch Scannen des darin enthaltenen QR-Codes oder manuelle Eingabe des zwölfstelligen Bestätigungscodes im E-Mail-Postfach kann der Nutzer dann seine Adresse bestätigen und den Registrierungsprozess so abschließen.

Die Unternehmen versicherten, die Fotos der Briefe entstünden automatisiert unter Einhaltung der deutschen Datenschutz- und Sicherheitsstandards in den Sortierzentren der Deutschen Post. Eine Verzögerung finde durch das Anfertigen der Aufnahmen nicht statt, die Briefe blieben im Sortierprozess und würden wie gewohnt an die Hausanschrift des Empfängers zugestellt. Nach dem Versand an die Empfänger werden die Fotos demnach gelöscht. Die elektronische Übertragung der Daten zwischen Deutscher Post und den E-Mail-Postfächern der Nutzer ist demnach mit einer durchgehenden Transportverschlüsselung geschützt.

AFP