Deutsche Fußballer

Der erste deutsche Spieler, der türkischer Meister wurde!

Toni Schuhmacher wechselte im Alter von 34 Jahren von Schalke 04 zu Fenerbahçe. Als einziger ausländischer Spieler lief Schumacher in seinem ersten Spiel für Fenerbahçe in der Saison 1988/89 gegen Rizespor auf und posierte nach der Begegnung vor den Kameras in traditioneller Kleidung der Schwarzmeerregion, um deutlich zu machen, wie schnell er sich akklimatisiert hatte. Schumacher ließ als Torwart in seinen ersten vier Liga-Einsätzen keinen einzigen Gegentreffer zu. Erst im fünften Punktspiel musste er nach einem Treffer des Spielers von Adana Demirspor, Zafer Tüzün, hinter sich greifen, dem er nach dem Spiel zu seinem Treffer gratulierte. Der 35-jährige Toni Schumacher stand in der Saison 1988/89 in allen 35 Liga-Begegnungen 90 Minuten auf dem Platz und war der erste deutsche Fußballspieler, der Meister in der türkischen Süper Lig wurde. Schuhmacher, der im Laufe der Zeit Türkisch lernte, sprach seine Teamkollegen manchmal mit ihren Spitznamen an und gab Anweisungen auf Türkisch. Mit seiner Kappe auf dem Kopf, dem Kaugummi im Mund und seinem gelben Trikot wurde er zur Ikone und animierte damals mit seinem Auftreten fußballbegeisterte Kinder dazu, Torhüter zu werden. Schuhmacher, der drei Spielzeiten bei Fenerbahce spielte, trug auch nach seinem Ausscheiden zur Entwicklung der deutsch-türkischen Beziehungen bei, beispielsweise durch die Teilnahme an diversen Veranstaltungen.

Derjenige, der die meisten Pokale innerhalb einer Saison in der Türkei gewann!

Falko Götz wechselte 1992 von Köln zu Galatasaray. Bei der Derbybegegnung zwischen Galatasaray und Fenerbahce am 16. August 1992 war er der erste Spieler in der Türkei, der aufgrund der damals neu eingeführten Rückpassregelung zum Torwart einen Freistoß ausführte und zum Tor verwandelte. Götz erzielte noch ein weiteres Tor in diesem Spiel und war derjenige deutsche Spieler, welcher im Trikot von Galatasaray die meisten Tore gegen Fenerbahce schoss. Götz, der in seiner ersten Saison 1992/93 für Galatasaray gleich vier Pokale in die Luft heben durfte, tanzte nach dem Gewinn seiner ersten Meisterschaft gemeinsam mit Tugay Kerimoglu auf dem Rasen des Ankara 19 Mayis Stadion. Insgesamt blieb Götz zwei Spielzeiten bei Galatasaray, lernte in dieser Zeit Türkisch und gab auch Interviews in dieser Sprache. In dieser Zeit qualifizierte sich Galatasaray zum ersten Mal für die UEFA Champions League, mit Götz im Kader. Götz, der auch in seiner zweiten Saison die Meisterschaft feiern konnte, spielte in 77 Pflichtspielen für Galatasaray und konnte als Abwehrspieler mit einer Bilanz von 19 Toren und 7 Torvorlagen glänzen.

Sowohl als Spieler als auch als Trainer feierte er Meisterschaften!

Reinhard Stumpf wechselte 1992 von Kaiserslautern zu Galatasaray. Während seiner Zeit bei Galatasaray bekam er den Spitznamen „Holzbirne“ und lernte Türkisch, sodass er sogar Interviews auf Türkisch geben konnte. Am 27. Juni 1993 nahm er an einer Benefiz-Begegnung in Deutschland teil, die als Unterstützung für die Hinterbliebenen der Brandkatastrophe von Solingen organisiert wurde, und verurteilte diesen Anschlag. Seine unvergesslichsten Momente hatte Stumpf als Manndecker von Anthony Yeboah bei der Begegnung gegen Eintracht Frankfurt in der Saison 1992/93 und von Eric Cantona bei den Partien gegen Manchester United in der Saison 1993/94, bei denen sich Galatasaray durchsetzen und dadurch für die Champions League qualifizieren konnte. In den zwei Spielzeiten bei Galatasaray errang Stumpf zwei Meisterschaften und gewann einen weiteren Pokal. Zwischen 2005 und 2007 war er zudem Assistenztrainer von Galatasarays Cheftrainer Eric Gerets und feierte in der Zeit eine weitere Meisterschaft.

Stasi-Agent Gütschow!

Galatasaray entschied sich in der Saison 1992/93, in der die maximale Anzahl ausländischer Spieler in einem Fußballteam auf drei begrenzt war, ausschließlich für deutsche Spieler und für Torsten Gütschow, der eingeräumt hatte, inoffizieller Mitarbeiter der Stasi gewesen zu sein. Im Freundschaftsspiel im Istanbuler Inönü Stadion gegen den FC Sevilla mit Maradona im Kader, das 1:1 endete, erzielte Gütschow das einzige Tor für Galatasaray. Gütschow, der im Trikot von Galatasaray sowohl die türkische Meisterschaft als auch den türkischen Pokal gewann, spielte in 19 Pflichtspielen und unterstrich mit einer Bilanz von 19 Toren und 10 Torvorlagen seine spielerische Qualität. Auch Gütschow, der von Dynamo Dresden zu Galatasaray gewechselt war, lief, seinen kahlgeschorenen Fans zum Trotz, gemeinsam mit Erdal Keser und Reinhard Stumpf in der Benefiz-Begegnung für die Hinterbliebenen der Brandkatastrophe von Solingen auf. Kurz vor Beginn der Saison 1993/94 verließ er Galatasaray.

Karriereende bei Beşiktaş

Raimond Aumann wechselte 1994 von Bayern München nach Beşiktaş. Er war der erste deutsche Spieler in der Geschichte von Beşiktaş und gleichzeitig der erste ausländische Spieler, den Christoph Daum zu Beşiktaş holte. Aumann, der stets mit einer Kappe auflief, wurde deswegen mit dem Kraftstoff-Werbeslogan der Musikgruppe Mazhar, Fuat und Özkan (Musikband MFÖ) „Ich gehe nicht ohne Kappe“ assoziiert. Er war der erste deutsche Spieler, der eine Meisterschaft von Besiktas miterlebte – auch wenn sich seine Mitspieler beim Vereinspräsidenten Süleyman Seba über ihn beschwerten, weil er die Duschkabinen nackt betrat. Aumann, der wegen seiner Leistungen in den Champions League-Qualifikationsspielen gegen Rosenborg stark kritisiert wurde, kehrte nach der Begegnung Eskisehirspor-Beşiktaş am 22. Oktober 1995 nach Deutschland zurück und beendete anschließend seine Karriere.

Fabian Ernst, Mario Gomez, Andreas Beck …

Mit Raimond Aumann verpflichtete Beşiktaş insgesamt 12 deutsche Fußballspieler, darunter Stefan Kuntz, Thomas Hengen, Oliver Schäfer, Markus Münch, Sixten Veit, Fabian Ernst, Michael Fink, Roberto Hilbert, Mario Gomez, Andreas Beck und Loris Karius, wodurch die Mannschaft bisher die meisten Transfers deutscher Spieler in der Süper Lig verzeichnen konnte. Fabian Ernst, der in der Winterpause der Saison 2008/09 nach Istanbul gewechselt war, gewann mit Besiktas am Ende der Saison die Meisterschaft und erhielt aufgrund seiner Leistungen den Spitznamen „überlegene deutsche Technologie“. Mario Gomez, der in der Saison 2015/16 zu Besiktas wechselte und in 33 Pflichtspielen 26 Tore erzielte, war der erste und einzige deutsche Torschützenkönig der türkischen Süper Lig. Die Fans von Beşiktaş gaben Mario Gomez, der am Ende der Saison den Verein verließ, den Beinamen eines Seriencharakters: „Eyşan“. Andreas Beck wurde mit seinen beiden Meisterschaften bei Beşiktaş in den Spielzeiten 2015/16 und 2016/17 der deutsche Spieler, der bisher die meisten Meistertitel in Beşiktaş feiern konnte.